Übergriffe in Köln Polizei setzt an Karneval 2500 Beamte ein

Am Donnerstag wird in Köln Weiberfastnacht gefeiert. 2500 Beamte sollen sicherstellen, dass sich die Übergriffe auf Frauen wie in der Silvesternacht nicht wiederholen. Auch die Bundespolizei rüstet auf.

Karneval in Köln: 2500 Polizisten sollen für Sicherheit sorgen
DPA

Karneval in Köln: 2500 Polizisten sollen für Sicherheit sorgen


Die Kölner Polizei setzt dieses Jahr an Weiberfastnacht ungefähr 2500 Beamte ein, mehr als dreimal so viele wie im Vorjahr. Das sagte ein Polizeisprecher und bestätigte damit eine Meldung des Kölner "Express". Im Jahr 2015 waren 750 Polizisten im Einsatz.

Die Verstärkung kommt laut Polizei überwiegend aus anderen Bundesländern, da in den umliegenden Städten ebenfalls Karneval gefeiert wird. Köln will damit verhindern, dass sich Übergriffe auf Frauen wie in der Silvesternacht an Karneval wiederholen.

An den Hauptbahnhöfen in Köln und Düsseldorf will die Bundespolizei ab Freitag mit sogenannten Bodycams auf Streife gehen. Ein Jahr lang sollen die tragbaren Kamerasysteme von den Beamten getestet werden. Danach sollen die Bodycams möglicherweise zur Standardausrüstung der Bundespolizei gehören.

Hintergrund der Aufrüstung sei die "zunehmende Gewalt und Respektlosigkeit gegenüber der Polizei", hieß es in einer Mitteilung der Bundespolizei. In erster Linie sollen die Kameras aber der Abschreckung dienen. Erst an zweiter Stelle stehe die Verwertbarkeit des Videomaterials, sagte Bundespolizeisprecher Jens Flören.

Beamte mit Körperkameras seien klar zu erkennen. Sie filmten nicht ständig, sondern nur in bestimmten Situationen. In anderen Bundesländern habe man mit Bodycams gute Erfahrungen gemacht.

U-Ausschuss zu Kölner Silvesternacht startet am 18. Februar

Unterdessen wurde bekannt, dass der Untersuchungsausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags zu den Übergriffen am 18. Februar zur konstituierenden Sitzung zusammenkommt. Noch im Februar soll es einen ersten Ortstermin in Köln geben, wie die Landtagspressestelle mitteilte.

Der Untersuchungsausschuss soll klären, warum die Polizei die Übergriffe nicht verhindern konnte. Durchleuchtet werden sollen auch die Einsatzplanung und politische Verantwortlichkeiten.

gam/dpa

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