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07. Januar 2016, 02:19 Uhr

Straftaten in der Silvesternacht

Erste Touristen sagen Reisen nach Köln ab

"Das Image Kölns hat einen Knacks erlitten": Nach den Übergriffen am Silvesterabend ist einem Medienbericht zufolge auch die Tourismus-Organisation der Stadt besorgt. Erste Reisen seien abgesagt worden - aus Angst um "Leib und Leben".

Einem Medienbericht zufolge haben die ersten Touristen ihre geplanten Reisen nach Köln gestrichen. Grund seien die Übergriffe in der Silvesternacht, berichtet der "Kölner Stadt-Anzeiger". Das Image der Stadt habe einen Knacks erlitten, sagte demnach Josef Sommer, Geschäftsführer von Köln-Tourismus. Bei der Organisation handelt es sich um eine 100-prozentige Tochter der Stadt, sie soll für eine möglichst positive Außendarstellung sorgen.

Eine Gruppe aus dem Erzgebirge habe erklärt, ihre geplante Sommerreise nach Köln abzusagen: "Sie werden verstehen, dass wir Leib und Leben nicht unter diesen Umständen aufs Spiel setzen", hieß es laut Sommer zur Begründung. Es gebe zudem zahlreiche Mails und Anrufe besorgter Touristen und Reiseveranstalter.

Auch der Hotel- und Gaststättenverband Köln mit rund 1500 Mitgliedsbetrieben berichtete demnach von einer großen Unsicherheit. Nicht nur Privattouristen, auch Geschäftsreisende hinterfragten die Sicherheitslage in der Stadt, sagte Geschäftsführer Christoph Becker der Zeitung. Kleinkriminalität in Köln sei schon immer ein Thema gewesen, nach der Silvesternacht sei nun "das Negativ-Image potenziert" worden.

"Natürlich haben die Geschehnisse dem guten Ruf Kölns als Messe- und Kongress-Standort weltweit weiteren Schaden zugefügt", sagte Messechef Gerald Böse. "Wir erhalten viele Anfragen besorgter Aussteller und Besucher aus dem In- und Ausland." Tatsächlich haben Medien weltweit über die Silvesterübergriffe in Köln berichtet, eine Presseschau finden Sie hier.

In der Silvesternacht war es zu zahlreichen sexuellen Übergriffen und Diebstählen gekommen, die Opfer waren vor allem Frauen. Inzwischen sind mehr als 150 Anzeigen eingegangen. Laut Polizei geht es in drei Viertel der Fälle um sexuelle Belästigung. Zwei Frauen geben an, vergewaltigt worden zu sein. Alle bisher bekannten Fakten zum Fall lesen Sie hier.

Video: Kölner Polizei ermittelt erste Verdächtige

aar/AFP

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