Kölner Polizeipräsident über Rocker "Als wären wir hier im Wilden Westen"

In Köln stellen rivalisierende Rockerbanden laut Polizei ein Risiko dar. Die Behörde will nun "sehr robust gegen diese Vereinigungen vorgehen".

Kölner Polizeipräsident Uwe Jacob
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Kölner Polizeipräsident Uwe Jacob


Die Kölner Polizei hat angekündigt, künftig härter gegen rivalisierende Rockerbanden vorzugehen. Auseinandersetzungen zwischen den Gruppierungen gefährden nach Einschätzung der Behörde derzeit die öffentliche Sicherheit in der Stadt.

"Mitten auf Kölner Straßen wird mit hochkarätigen Waffen geschossen", sagte Polizeipräsident Uwe Jacob. "Als wären wir hier im Wilden Westen, wird hier rumgeballert." Auf Außenstehende werde dabei keine Rücksicht genommen. Es sei ein "glücklicher Zufall, dass bisher noch niemand zu Tode gekommen" sei, sagte Klaus-Stephan Becker, Leiter der Direktion Kriminalität.

Es gehe dabei um einen sich immer weiter aufschaukelnden Konflikt zwischen Bandidos und Hells Angels. Dies seien keine Rocker im eigentlichen Sinne, sondern kriminelle Banden, die handfeste wirtschaftliche Interessen verfolgten. Die Banden seien "von Migranten deutlich dominiert". Die Mitglieder stammten zum Teil aus der Türkei, aus dem Kosovo und Nordafrika.

"Wir werden sehr robust gegen diese Vereinigungen vorgehen"

Es habe bereits erste Durchsuchungen gegeben, sagte Jacob. Zudem werde man verstärkt kontrollieren. Es würden Zivilfahnder und erfahrene Ermittler aus dem Bereich der organisierten Kriminalität eingesetzt. Ein wichtiger Punkt sei auch die Finanzermittlung. Dabei gehe es etwa um die Gelder und teuren Autos der Bandenmitglieder. "Wir werden sehr robust gegen diese Vereinigungen vorgehen", sagte Jacob. "Wir werden es nicht dulden, dass es in Köln so weitergeht wie bisher."

Am Freitag hatten die Polizisten nach Schüssen in der Kölner Innenstadt einen 29-jährigen bewaffneten Rocker festgenommen, wie es in einer Mitteilung der Polizei heißt. Am Abend hätten Unbekannte dann auf einen belebten Spielsalon im Stadtteil Buchheim geschossen. Nur durch Zufall sei niemand verletzt worden.

bbr/dpa

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