Umstrittene Aufnahmerituale Kölner SEK-Beamte müssen Geldbußen zahlen

Sie fesselten die "Neuen" mit Handschellen und zwangen sie, ekelhaftes Eis vom Körper der Kollegen zu lecken: Drei SEK-Beamte sind dafür nun zu einer Geldzahlung verurteilt worden.


Nach umstrittenen Aufnahmeritualen bei einer Kölner Spezialeinheit müssen drei Polizisten Geldbußen zwischen 200 und 300 Euro zahlen. Das hat das Verwaltungsgericht in Düsseldorf entschieden.

Die Klagen der Beamten gegen die Disziplinarmaßnahmen wiesen die Richter zurück. Die Beamten hätten gegen ihre Wohlverhaltenspflicht verstoßen, nämlich die Pflicht zur Kollegialität, urteilte das Gericht. Ihr Verhalten lasse Achtung und Rücksicht gegenüber den jüngeren Kollegen vermissen.

Der Hintergrund: Im Mai 2014 hatte eine Gruppe von Beamten das Ende der informellen Probezeit von zwei jüngeren Kollegen gefeiert - mit fragwürdigen Methoden. Beamte fesselten die beiden Neulinge mit Handschellen aneinander. So mussten sie eine Nacht verbringen. Außerdem sollten sie ekelerregend schmeckendes Eis aus dem Bereich der Oberschenkel eines anderen Beamten essen. Zudem sei ihnen Bier über den Luftschlauch einer Tauchermaske zugeführt worden.

Gegen die Urteile können die Beamten noch beim Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen in Münster vorgehen. Die strafrechtlichen Ermittlungen waren eingestellt worden.

fok/dpa



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