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Silvester-Übergriffe: Mehrere Strafanzeigen gegen Kölner Polizei

Gegen den ehemaligen Kölner Polizeipräsidenten Wolfgang Albers und andere Polizisten sind Strafanzeigen erstattet worden - wegen der Angriffe auf Frauen in der Silvesternacht. Es geht um den Vorwurf unterlassener Hilfeleistung.

Ehemaliger Kölner Polizeipräsident Wolfgang Albers (Archiv): Strafanzeigen Zur Großansicht
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Ehemaliger Kölner Polizeipräsident Wolfgang Albers (Archiv): Strafanzeigen

Nach den zahlreichen sexuellen Übergriffen in der Silvesternacht sind mehrere Strafanzeigen gegen die Kölner Polizei erstattet worden. Dem damaligen Kölner Polizeipräsidenten Wolfgang Albers, inzwischen in den einstweiligen Ruhestand versetzt, und weiteren Polizeibeamten werde unter anderem unterlassene Hilfeleistung vorgeworfen. Das teilte die Staatsanwaltschaft Aachen am Mittwoch mit.

Die Behörde prüft nun nach eigenen Angaben, ob sich "zureichend tatsächliche Anhaltspunkte für Straftaten" der Beschuldigten ergeben. Ob die Anzeigensteller in besagter Nacht selbst am Kölner Hauptbahnhof gewesen sind, konnte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft nicht sagen. Laut "Westfalen-Blatt" stammen die Anzeigen nicht von Opfern, sondern von anderen Bürgern.

In der Silvesternacht war es in Köln rund um den Hauptbahnhof aus einer großen Menschenmenge heraus zu zahlreichen sexuellen Übergriffen auf Frauen und anderen Straftaten gekommen. Inzwischen wurden mehrere Dutzend Tatverdächtige unter anderem aus dem nordafrikanischen und arabischen Raum identifiziert.

Seit Bekanntwerden der Silvestervorfälle steht die Kölner Polizei in der Kritik. Der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger (SPD) hat jedoch einzelne Polizisten in Schutz genommen, die während der Silvesterübergriffe in Köln im Einsatz waren. "Die, die da waren, haben alles gegeben. Aber es waren zu wenige", sagte Jäger nach einer Sitzung des Bundestags-Innenausschusses in Berlin.

Signifikante Fehler allerdings macht Jäger wie schon in den vergangenen Tagen bei der Einsatzführung der Polizei aus. Diese habe die Lage in der Nacht falsch eingeschätzt. Außerdem sei in den Tagen danach der Eindruck entstanden, die Polizei in Köln wolle etwas unter den Teppich kehren. Das sei nicht akzeptabel.

wit/dpa/AFP

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