Übergriffe in Köln Staatsanwaltschaft setzt 10.000 Euro Belohnung aus

652 Anzeigen, 13 Verdächtige und viele Fragen: Die Kölner Staatsanwaltschaft ist nach den Übergriffen der Silvesternacht stark auf Hinweise von Zeugen angewiesen. Für substanzielle Tipps gibt es nun eine Belohnung.

Polizisten am Kölner Hauptbahnhof: Die Landesregierung will 500 neue Beamte einsetzen
DPA

Polizisten am Kölner Hauptbahnhof: Die Landesregierung will 500 neue Beamte einsetzen


Bei der Kölner Polizei sind nach den Übergriffen in der Silvesternacht inzwischen 652 Anzeigen eingegangen. Die Staatsanwaltschaft hat nun für Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen, eine Belohnung von 10.000 Euro ausgesetzt, teilte die Behörde mit. Es handele sich um eine Gesamtsumme, die am Ende unter den Hinweisgebern aufgeteilt werde. Relevant für die Belohnung seien Hinweise auf Sexualstraftaten und Raubdelikte.

In der Silvesternacht wurden am Kölner Hauptbahnhof zahlreiche Frauen Opfer von sexuellen Übergriffen. Männergruppen umzingelten ihre Opfer, drangsalierten und beraubten sie.

Inzwischen werde gegen 13 Beschuldigte ermittelt, von denen fünf wegen dringenden Tatverdachts in Untersuchungshaft sitzen. Den aus Nordafrika stammenden Menschen werden den Angaben zufolge vor allem Eigentumsdelikte wie Diebstahl zum Vorwurf gemacht, keine Sexualstraftaten. Die Polizei muss mehr als 355 Stunden Videomaterial auswerten.

Die nordrhein-westfälische Landesregierung will nach den Übergriffen mehr Polizisten einsetzen. Die Zahl der Beamten solle schnell um 500 erhöht werden, kündigte Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) in einer Sondersitzung des Landtags an. Für die Opfer der Übergriffe soll eine zentrale Anlaufstelle eingerichtet werden.

brt/dpa/AFP

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