Urteil in Köln Viereinhalb Jahre Haft für Angriff mit Samuaraischwert

Bei einer Geburtstagsfeier attackierte ein Mann seinen Arbeitgeber mit einem Samuraischwert. Der Täter wurde wegen Totschlags angeklagt, die Richter folgten dieser Einschätzung in ihrem Urteil nicht.

Angeklagter im Landgericht Köln
DPA

Angeklagter im Landgericht Köln


Das Kölner Landgericht hat einen 38-Jährigen für eine tödliche Attacke mit einem Samuraischwert zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt. Der Mann hatte im vergangenen August bei der Geburtstagsfeier seines Sohnes nach einem Streit seinen Freund und Arbeitgeber mit der Waffe angegriffen. Das 48 Jahre alte Opfer erlitt eine 17 Zentimeter tiefe Stichwunde und verblutete noch am Tatort.

Das Gericht sprach den Angeklagten wegen Körperverletzung mit Todesfolge schuldig. Ursprünglich war er wegen Totschlags angeklagt. Nach Überzeugung der Richter wollte der Mann sein Opfer jedoch nicht töten, sondern lediglich verletzen. Diese Entscheidung stützte die Strafkammer sowohl auf Zeugenaussagen als auch auf das Geständnis des Angeklagten.

Bei der Geburtstagsfeier hatte der zu diesem Zeitpunkt bereits angetrunkene Mann zunächst seinen zehnjährigen Sohn wiederholt lautstark zurechtgewiesen. Das spätere Opfer versuchte mehrmals, den Mann zu beruhigen. Zwischen den Freunden brach ein Streit aus, der aber zunächst von einem anderen Gast geschlichtet werden konnte.

Als der 48-Jährige die Feier am späten Abend verlassen wollte, eskalierte die Auseinandersetzung jedoch. Laut Zeugenaussagen soll der Angeklagte plötzlich wie ein "Wachsoldat" vor dem Reihenhaus gestanden und das Samuraischwert präsentiert haben. Er beleidigte den Freund und kündigte seine Arbeitsstelle.

Das wiederum nahm der 48-Jährige nicht hin. Stattdessen habe er einen Gartenstuhl vor seinen Körper gehalten, so der Vorsitzende Richter. Dann sei er "energisch auf den Angeklagten zugegangen". Daraufhin habe der Angeklagte dem Opfer den tödlichen Stich unterhalb des Schlüsselbeins zugefügt. Aus Sicht des Gerichts war es keine Notwehr.



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.