Vor Wahl am Sonntag Kölner OB-Kandidatin Reker bei Messerangriff verletzt

Auf einem Wochenmarkt in Köln ist die OB-Kandidatin Henriette Reker heute morgen schwer verletzt worden. An einem Wahlstand stürzte sich ein Mann mit einem Messer auf die Politikerin. Die Oberbürgermeisterwahl am Sonntag findet trotzdem statt.

REUTERS

Am Morgen ist die parteilose Kandidatin für die Oberbürgermeisterwahl in Köln, Henriette Reker, bei einer Messerattacke auf einem Wochenmarkt der Stadt schwer verletzt worden.

Ein Polizeisprecher in Köln sagte, Reker und vier andere Menschen hätten sich an einem Informationsstand der CDU befunden, als ein Mann auf die Gruppe zustürzte.

Reker und ein weiterer Mensch wurden demnach schwer verletzt, der Täter wurde festgenommen. Auch die anderen drei Angegriffenen befänden sich in ärztlicher Behandlung, darunter offenbar ein Teammitglied Rekers. Reker sei durch einen Stich in den Hals verletzt worden. Die 58-jährige Politikerin sei nach dem Vorfall ansprechbar gewesen, hieß es. Sie wurde in die Uniklinik Köln gebracht.

Auf dem Nachrichtendienst Twitter verbreitete das Team Rekers inzwischen, dass die Politikerin außer Lebensgefahr ist.

Bei dem Angreifer handelt es sich laut dem Polizeisprecher um einen 44 Jahre alten Mann, der umgehend festgenommen wurde. Die Nachrichtenagentur dpa schrieb von einem 30- bis 40-jährigen Angreifer. Die Tat ereignete sich im westlichen Stadtteil Braunsfeld. Zum Hintergrund des Angriffs gab es zunächst keine Informationen. Der WDR berichtete, laut Augenzeugenaussagen habe der Täter geistig verwirrt gewirkt.

Maas und Kraft zeigen sich bestürzt

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) verurteilte die Messerattacke als "unfassbare, abscheuliche Tat". "Gedanken sind bei den Verletzten", schrieb der Minister im Kurznachrichtendienst Twitter. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) äußerte sich ebenfalls auf Twitter: "Das ist ein Angriff auf uns alle", teilte Kraft mit. "Hoffe und bange mit den Verletzten."

Reker, derzeit Sozialdezernentin in Köln, ist einer der aussichtsreichsten Kandidaten bei der Oberbürgermeisterwahl am Sonntag. Die parteilose Politikerin wird von Grünen, CDU und FDP unterstützt. Sollte sie Kölner Oberbürgermeisterin werden, wäre das eine Doppelpremiere: Reker wäre die erste Frau in dem Amt in der Geschichte der Großstadt. Zugleich würde sie als erste Parteilose den Chefsessel im Kölner Rathaus innehaben.

Neben Reker werden auch dem SPD-Mann Jochen Ott Chancen auf das Amt attestiert. Insgesamt treten am Sonntag sieben Kandidaten an. Die ursprünglich für den 13. September geplante Wahl war wegen fehlerhafter Stimmzettel um fünf Wochen verschoben worden.

Die Wahl an diesem Sonntag wird trotz des Angriffs auf Reker wie geplant stattfinden. Das teilte die Stadtverwaltung am Samstag mit.

SPD-Kandidat Ott hatte auf seiner Facebook-Seite mitgeteilt, den Wahlkampf zu unterbrechen, bis er weitere Informationen über den Gesundheitszustand Rekers habe. Auch Rekers Mitarbeiter Frederik Schorn sagte, dass der Wahlkampf eingestellt sei.

yes/AFP/dpa

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