Übergriffe an Silvester Kölner Polizei nimmt zwei Verdächtige fest

Nach den Ausschreitungen in der Neujahrsnacht hat die Polizei zwei Verdächtige festgenommen. Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE handelt es sich um einen 16-Jährigen und einen 23-Jährigen aus Nordafrika.

Silvesternacht vor dem Kölner Hauptbahnhof: Zwei Verdächtige festgenommen
DPA

Silvesternacht vor dem Kölner Hauptbahnhof: Zwei Verdächtige festgenommen


Nach den sexuellen Übergriffen an Silvester in Köln hat die Polizei zwei Männer festgenommen. Das bestätigte ein Sprecher der Polizei SPIEGEL ONLINE. Zuvor hatten der WDR und der "Kölner Stadt-Anzeiger" darüber berichtet.

Bei den Männern handele es sich um Issam D., 16, und Mohamed T., 23. Sie stammen aus Marokko und Tunesien und sind dem Sprecher zufolge Asylbewerber. Beide befinden sich in Polizeigewahrsam und sollen morgen einem Haftrichter vorgeführt werden. Der jüngere Verdächtige ist den Ermittlern nach Informationen von SPIEGEL ONLINE und SPIEGEL TV als Taschendieb bekannt.

Laut WDR und "Kölner Stadt-Anzeiger" sollen bei den Männern Handys sichergestellt worden sein, auf denen Videos der Silvesternacht gespeichert gewesen sein sollen. In den Clips sollen Ausschreitungen und Übergriffe auf Frauen zu sehen sein. Außerdem wurde bei T. ein Zettel mit arabisch-deutschen Übersetzungen sichergestellt, auf dem sexistische und auch bedrohliche Sprüche stehen.

Insgesamt werde derzeit gegen 19 Tatverdächtige ermittelt, sagte der Polizeisprecher. Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE wurde die zuständige Sonderkommission mittlerweile auf 100 Beamte aufgestockt. Insgesamt müssen 350 Stunden Videomaterial ausgewertet werden.

Unter den Tatverdächtigen auch Asylbewerber

Die Zahl der Anzeigen ist nach SPIEGEL-Informationen mittlerweile auf 200 gestiegen. Allein bei der Polizei in Köln sind es mittlerweile 170. Dabei beziehen sich fast dreiviertel auf sexuelle Übergriffe.

Die Bundespolizei hat ihrerseits in der Silvesternacht am Hauptbahnhof nach bisherigem Stand 32 Straftaten festgestellt - mit 31 namentlich bekannten Tatverdächtigen. Das teilte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums unter Berufung auf einen vorläufigen Bericht der Bundespolizei mit. Er betonte, es handele sich lediglich um Fälle, die in den Zuständigkeitsbereich der Bundespolizei fielen - also auf dem Bahnhofsgelände und bis zu einer Entfernung von 30 Metern auf dem Vorplatz.

Unter den Tatverdächtigen seien auch Asylbewerber. Bei diesen Delikten handele es sich aber überwiegend um Körperverletzungen und Diebstähle. Sexualdelikte seien bisher nicht mit den Asylbewerbern in Verbindung gebracht worden.

Zwar seien wegen Sexualdelikten drei Strafanzeigen bei der Bundespolizei eingegangen, sagte der Sprecher weiter. Tatverdächtige seien in diesen Fällen aber nicht ermittelt worden.

Unter den 31 bekannten Verdächtigen der übrigen Delikte seien neun algerische, acht marokkanische, fünf iranische, vier syrische, ein irakischer, ein serbischer, ein US-amerikanischer und zwei deutsche Staatsangehörige. 18 von ihnen seien Asylbewerber.

gam/jdl/dpa

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