Übergriffe in der Silvesternacht Kölner Polizei ermittelt gegen 73 Verdächtige

Mit immensem Aufwand ermittelt die Kölner Polizei wegen der Übergriffe in der Silvesternacht. Inzwischen sitzen 15 mutmaßliche Täter in Haft.


Die Kölner Polizei identifiziert im Zusammenhang mit den Übergriffen in der Silvesternacht immer mehr mögliche Täter. Mittlerweile werde gegen 73 Beschuldigte ermittelt, sagte der Kölner Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer.

Bei den Tatverdächtigen handele es sich "weit überwiegend" um Asylbewerber, Asylsuchende oder Menschen, die sich illegal in Deutschland aufgehalten hätten. Die beiden größten Gruppen kommen den Ermittlern zufolge aus Marokko und Algerien. Auch drei Deutsche seien unter den Beschuldigten, sagte Bremer.

In Köln hatten in der Neujahrsnacht Dutzende Männer Frauen sexuell teilweise massiv bedrängt und beklaut. In Stuttgart und Hamburg kam es zu ähnlichen Vorfällen.

Verdächtiger aus Düsseldorf nach SPIEGEL-TV-Beitrag gefasst

In Köln sitzen nach Angaben der Staatsanwaltschaft bislang 15 Verdächtige in Untersuchungshaft. Nur einem von ihnen werfen die Ermittler aber bislang ein Sexualdelikt vor. In den anderen Fällen geht es meist um Eigentumsdelikte wie Diebstahl.

Eine in Düsseldorf an Silvester sexuell belästigte Frau will ihren mutmaßlichen Peiniger im Fernsehen wiedererkannt haben. Die 18-jährige Mönchengladbacherin habe sich daraufhin entschlossen, nun doch noch Strafanzeige zu erstatten, teilte die Polizei mit.

Der Mann hatte zuvor SPIEGEL TV ein Interview gegeben:

SPIEGEL TV
In der Düsseldorfer Altstadt wurde der Verdächtige am Wochenende von Ermittlern erkannt und festgenommen. Nun sitzt er in Haft. Der 33-Jährige soll die Frau aus einer größeren Gruppe heraus mehrfach unsittlich berührt und körperlich bedrängt haben. Zeugen bestätigten ihre Aussage.

Der mutmaßliche Täter war bereits im "Casablanca"-Projekt mit einer Reihe von Delikten aufgefallen. In dem Projekt hatte die Polizei rund 2200 Verdächtige aus Nordafrika erfasst, die in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt als Diebe aktiv sein sollen.

apr/dpa

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