Kölner Stadtarchiv Staatsanwaltschaft ermittelt gegen rund 100 Personen

Vor knapp fünf Jahren stürzte in Köln das Stadtarchiv ein. Nun hat die Staatsanwaltschaft Medienberichten zufolge Ermittlungen gegen rund hundert mutmaßliche Verantwortliche eingeleitet - darunter Vertreter der Bauaufsicht und Angestellte des Konzerns Bilfinger Berger.

Einsturzstelle des Kölner Stadtarchivs (Archivbild): Ermittlungen gegen rund hundert Personen
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Einsturzstelle des Kölner Stadtarchivs (Archivbild): Ermittlungen gegen rund hundert Personen


Köln - Fast fünf Jahre nach dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs hat die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen gegen rund hundert mutmaßliche Verantwortliche aufgenommen. Wie der "Kölner Stadt-Anzeiger" und "Focus" berichten, befinden sich unter den Betroffenen Vertreter der Bauaufsicht, Planer, Projektierer, Bauarbeiter der Arbeitsgemeinschaft mit dem Konzern Bilfinger Berger an der Spitze sowie Mitarbeiter des Bauherrn, den städtischen Kölner Verkehrs-Betrieben (KVB).

Das Archiv am Waidmarkt war am 3. März 2009 eingestürzt. Damals waren zwei Menschen ums Leben gekommen, der Bestand des bedeutendsten deutschen Kommunalarchivs war im Erdreich versunken. 95 Prozent der Sammlung konnten zwar wieder geborgen werden - die Restaurierung wird jedoch Jahrzehnte dauern. Als Ursache gelten Schlampereien beim Bau einer neuen U-Bahn-Strecke.

Seither war gegen Unbekannt ermittelt worden. Den Berichten zufolge leitete der Kölner Oberstaatsanwalt Torsten Elschenbroich die Verfahren nun gegen die möglichen Schuldigen ein, um die drohende Verjährungsfrist zu unterbrechen.

Laut "Focus" macht Elschenbroich in seinem etwa 200-seitigen Bericht Schlamperei und kriminelle Energie für das Unglück verantwortlich. Demnach soll auf der U-Bahn-Baustelle in 30 Metern Tiefe Pfusch an Lammellenwänden dazu geführt haben, dass Grundwasser die gesamte Baustelle nahe dem Heumarkt überflutete und das darüber gelegene Archiv zum Einsturz brachte.

gam/dpa



insgesamt 43 Beiträge
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Seite 1
tkedm 18.01.2014
1.
Zitat von sysopDPAVor knapp fünf Jahren stürzte in Köln das Stadtarchiv ein. Nun hat die Staatsanwaltschaft Medienberichten zufolge Ermittlungen gegen rund 100 mutmaßliche Verantwortliche eingeleitet - darunter Vertreter der Bauaufsicht und Angestellte des Konzerns Bilfinger Berger. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/koelner-stadtarchiv-staatsanwaltschaft-ermittelt-gegen-rund-100-personen-a-944267.html
Man kann nicht behaupten, die Ermitller wären langsam.
gesell7890 18.01.2014
2. Jetzt schon?
das geht aber zackig! Da man ein Großteil der Bestände wieder gefunden hat, müßte man ja auch die Leichen gefunden haben. Wenn nicht - sind sie vielleicht einbetoniert worden? Haben die Leute da vielleicht noch gelebt? Ja, Herr Staatsanwalt, einfache und logische Fragen, die man seit Anfang 2009 mal hätte aufwerfen können, wenn man an Aufklärung interessiert gewesen wäre.
Erich91 18.01.2014
3. Ach ja, die legen unheimich schnell los
Zitat von sysopDPAVor knapp fünf Jahren stürzte in Köln das Stadtarchiv ein. Nun hat die Staatsanwaltschaft Medienberichten zufolge Ermittlungen gegen rund 100 mutmaßliche Verantwortliche eingeleitet - darunter Vertreter der Bauaufsicht und Angestellte des Konzerns Bilfinger Berger. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/koelner-stadtarchiv-staatsanwaltschaft-ermittelt-gegen-rund-100-personen-a-944267.html
wie alle Ermittlungen gegen Großkotze in Köln, wie Oppenheim, Stadtsparkasse u.s.w.
Stefan_G 18.01.2014
4. Anmerkung
Zitat von sysopDPAVor knapp fünf Jahren stürzte in Köln das Stadtarchiv ein. Nun hat die Staatsanwaltschaft Medienberichten zufolge Ermittlungen gegen rund 100 mutmaßliche Verantwortliche eingeleitet - darunter Vertreter der Bauaufsicht und Angestellte des Konzerns Bilfinger Berger. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/koelner-stadtarchiv-staatsanwaltschaft-ermittelt-gegen-rund-100-personen-a-944267.html
Seit etwa 15 Monaten heißt die Firma "Bilfinger SE"
salmo-nelli 18.01.2014
5. Und was wird dabei herumkommen?
Wie üblich nichts.... Erst wird gegen 95 Prozent der Betroffenen das Verfahren eingestellt, dann gegen die restlichen weitgeführt und viele Jahre später Urteile mit Geldstrafen und kleinen Bewährungsstrafen gesprochen - und dafür werden viele Millionen verballert, um Tunnel für die Beweissicherung zu graben und die Innenstadt jahrelang in eine Baustelle verwandelt... So ist das in Köln.
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