Körperverletzung und Fahrerflucht: Böhse-Onkelz-Sänger geht in den Knast

Mit Tempo 232 und unter Drogeneinfluss verursachte Böhse-Onkelz-Sänger Kevin Russell einen schweren Unfall - und flüchtete dann. Vergeblich versuchte er, einem Kumpel den Unfall anzuhängen. Jetzt muss er eine lange Haftstrafe antreten.

Kevin Russell vor Gericht: "Er ist nicht mehr der Alte" Fotos
REUTERS

Frankfurt/Main - In der Silvesternacht 2009 raste Böhse-Onkelz-Sänger Kevin Russell mit seinem Audi über die Autobahn von Wiesbaden nach Frankfurt. Bei einer Geschwindigkeit von 232 Stundenkilometern verursachte er unter Drogeneinfluss einen heftigen Auffahrunfall und flüchtete danach über die Felder.

Zwei junge Männer wurden schwer verletzt: Ein 19-Jähriger erlitt ein schweres Schädel-Hirn-Trauma und hat seit dem Unfall Gedächtnisstörungen. Sein Beifahrer verlor drei Finger, sein Gesicht wurde durch Brandwunden teilweise entstellt.

Der heute 47-jährige Russell wurde wegen gefährlicher Körperverletzung, Straßenverkehrsgefährdung und Unfallflucht angeklagt und zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und drei Monaten verurteilt. Die Strafe wurde jetzt rechtskräftig, wie das Landgericht Frankfurt am Montag mitteilte. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat die Revision des unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilten Rockmusikers verworfen.

Russell hatte vor Gericht behauptet, ein Kumpel von ihm habe am Steuer des Unfallwagens gesessen. Dieser bezichtigte sich in Anwesenheit von Russells Manager auch selbst der Tat. Allerdings konnten DNA-Spuren, die am Fahrerairbag des 420 PS starken Sportwagens gefunden wurden, eindeutig Russell zugeordnet werden. Mit den genetischen Spuren stehe fest, "dass er mit eins zu zehn Milliarden der Fahrer war", sagte der Vorsitzende Richter Klaus Eckhardt in der Urteilsbegründung.

Zugunsten des Angeklagten nahm das Gericht an, dass der langjährige Drogenkonsument bei dem Unfall vermindert zurechnungsfähig war. Die Staatsanwaltschaft, die nach dem Urteil das Strafmaß für zu niedrig hielt, hatte ihre Revision im Dezember zurückgenommen.

ala/dpa

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Panorama
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Justiz
RSS
alles zum Thema Böhse Onkelz
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback