Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Kokain-Affäre im Allgäu: Polizei suspendiert Beamtin

Die Kokain-Affäre um den Leiter des Kemptener Rauschgiftdezernats zieht weitere Kreise. Jetzt steht in dem Fall auch eine Polizeibeamtin unter Verdacht. Sie wurde vorläufig suspendiert.

München - Für die bayerische Polizei wird die Kokain-Affäre um den Chef des Kemptener Rauschgiftdezernats immer unangenehmer: Zusätzlich zu dem 52-jährigen Kriminalhauptkommissar steht jetzt auch eine Polizeibeamtin unter Verdacht. Ermittler durchsuchten am Dienstag die Wohnung sowie die dienstlichen Räume der Frau.

Die Behörden gehen davon aus, dass die Beamtin unmittelbaren Kontakt zu dem Rauschgift hatte, das Ermittler im Februar im Büro des Chefs des Rauschgiftdezernats entdeckt hatten - rund 1,6 Kilogramm Kokain im Wert von rund 250.000 Euro. Ein Teil davon war offenbar bereits verschnitten und in kleineren Einheiten verpackt.

Nähere Angaben zu den belastenden Hinweisen gegen die Polizistin wollte die Staatsanwaltschaft München I am Dienstag aus ermittlungstaktischen Gründen nicht machen. Dem Bayerischen Rundfunk zufolge waren Experten bei der Untersuchung des Kokains auf Spuren gestoßen, die durch einen genetischen Fingerabdruck der Beamtin zugeordnet werden konnten.

Das zuständige Polizeipräsidium Schwaben Süd/West sprach am Dienstag die vorläufige Suspendierung der Polizistin aus. Die Frau sei "zu keinem Zeitpunkt" Angehörige der Kriminalpolizeiinspektion Kempten gewesen, teilte das Polizeipräsidium mit. Sie sei vielmehr als Inspektionsbeamtin bei einer Schutzpolizeidienststelle eingesetzt worden.

Der Leiter des Kemptener Rauschgiftdezernats sitzt seit rund einem halben Jahr in Untersuchungshaft. In Vernehmungen hatte er erklärt, die Drogen lediglich zu Schulungszwecken besessen zu haben. Die Behörden halten seine Aussagen zur Herkunft und zur Verwendung des Rauchgifts allerdings für nicht plausibel. Vielmehr liegt die Vermutung nahe, dass der Mann selbst mit dem Stoff dealte.

Auslöser der Ermittlungen war ursprünglich ein Hilferuf der Frau des Polizisten. Wegen eines Streits mit ihrem Mann hatte sie am 15. Februar in der Nacht die Polizei alarmiert. Sie soll bei dem Konflikt von ihrem Mann schwer verletzt worden sein. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte damals erklärt, dass es sich bei dem Fall möglicherweise um versuchten Totschlag handele. Dem Magazin "Kontrovers" des Bayerischen Rundfunks zufolge hatte die Frau damals auch den Hinweis auf das Kokain im Büro ihres Mannes geliefert.

hen

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 8 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Supercops
partey 01.07.2014
Unsere tolle Polizei, dem Hansel das Kiffen verbieten aber selber mit Mafia-Koks dealen. Keine Ahnung woher manche noch den Respekt nehmen, welcher der Polizei noch entgegen gebracht wird. Überwachen, Schikanieren, die beleidigte Leberwurst spielen, Autodiebe erschiessen, Unschuldige in Irrenanstalten sperren und sich vor Gericht gegenseitig decken. DAS ist der Eindruck der vorherrscht. Menschlich entspannt reagieren, mal ein Auge zudrücken, es bei Verwarnungen verlassen. Halt ein normales wohlwollendes Verhalten, habe ich in den letzten 10 Jahren weder erlebt noch davon gehört. Aber nach Tasern, Wasserwerfern und Verstärkung krähen, darin sind die Cops ganz groß. Diese Polizei macht Angst. Frei nach Meister Joda: fear leads to anger, anger leads to hate, hate leads to suffering. Naja dem Koks-Cop jedenfalls viel Spaß im Knast.
2.
alphaopossum 01.07.2014
Die Staatsanwaltschaft geht davon aus das der Polizist selbst gedealt hat? Haha! Bei uns haben die Beamten immer irgendwelche armen Schweine die Arbeit machen lassen und kräftig daran verdient. Immerhin ein recht sicherer Job. Da mussten sogar die ganzen fünf und zehn Euro Scheine vor der Übergabe in grössere Noten getauscht werden... Die grossen Herren sitzen viel lieber in irgendwelchen Wohnungen und lassen sich von Kindern verwöhnen...
3.
arrow64 01.07.2014
Bezahlt die Beamten (m/w) bei Polizei, Zoll, etc. vernünftig und keiner von denen muss sich auf so eine oder eine andere Weise "was dazuverdienen".
4.
arrow64 01.07.2014
Zitat von parteyUnsere tolle Polizei, dem Hansel das Kiffen verbieten aber selber mit Mafia-Koks dealen. Keine Ahnung woher manche noch den Respekt nehmen, welcher der Polizei noch entgegen gebracht wird. Überwachen, Schikanieren, die beleidigte Leberwurst spielen, Autodiebe erschiessen, Unschuldige in Irrenanstalten sperren und sich vor Gericht gegenseitig decken. DAS ist der Eindruck der vorherrscht. Menschlich entspannt reagieren, mal ein Auge zudrücken, es bei Verwarnungen verlassen. Halt ein normales wohlwollendes Verhalten, habe ich in den letzten 10 Jahren weder erlebt noch davon gehört. Aber nach Tasern, Wasserwerfern und Verstärkung krähen, darin sind die Cops ganz groß. Diese Polizei macht Angst. Frei nach Meister Joda: fear leads to anger, anger leads to hate, hate leads to suffering. Naja dem Koks-Cop jedenfalls viel Spaß im Knast.
Falsch. Dieser Eindruck ist von der linksalternativen Szene propagierter Blödsinn. Aber wenn man eh' gegen jedes "Establishment" ist, muss man sich nicht wundern, wenn die 'Ansprache' adäquat geschieht und die Toleranzschwelle bei Verwarnungen quasi nicht vorhanden ist: Wie man in den Wald hereinruft, so schallt es heraus.
5.
franko_potente 01.07.2014
Zitat von sysopDie Kokain-Affäre um den Leiter des Kemptener Rauschgiftdezernats zieht weitere Kreise. Jetzt steht in dem Fall auch eine Polizeibeamtin unter Verdacht. Sie wurde vorläufig suspendiert. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/kokain-affaere-im-allgaeu-polizei-suspendiert-beamtin-a-978606.html
eine Viertelmillion für 1,6 kg? 156,25€/g? Wo sollte das denn verkauft werden, oder besser: an wen??
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: