Kolumbien Bombe auf Damentoilette tötet drei Frauen

Bei einem Anschlag in einem Einkaufszentrum in Bogotá sind mindestens drei Frauen getötet worden. Unter den Toten ist eine junge Französin, die als Helferin in einem Armenviertel arbeitete.

Einkaufszentrum Centro Andino in Bogotá nach dem Anschlag
REUTERS

Einkaufszentrum Centro Andino in Bogotá nach dem Anschlag


Bei einer Bombenexplosion in einer Damentoilette eines Einkaufszentrums in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá sind mindestens drei Frauen getötet worden. Der Sprengsatz sei in einer Toilettenschüssel versteckt gewesen, teilten die Behörden am Samstag mit. Neun weitere Frauen seien verletzt worden.

Unter den Opfern sei auch eine 23-jährige Französin, die als freiwillige Helferin in einem Armenviertel der Stadt gearbeitet habe. Bürgermeister Enrique Peñalosa sprach von einem Terroranschlag. Das Centro Andino wurde evakuiert und weiträumig abgesperrt. Sprengstoffexperten der Polizei suchten mit Spürhunden die Umgebung nach weiteren Bomben ab.

Das Einkaufszentrum in einem wohlhabenden Stadtteil war zum Zeitpunkt der Explosion besonders gut besucht, weil viele Kunden vor den Vatertagsfeiern am Sonntag auf der Suche nach Geschenken waren. Wer hinter dem Anschlag steckt, war zunächst unklar. Die Sicherheitslage in Bogotá hatte sich in den vergangenen Jahren verbessert, weil Polizei und Militär in den Straßen stärker präsent waren. Zudem unterzeichneten die linken Farc-Rebellen voriges Jahr einen Friedensvertrag.

Allerdings wurden bei einem Bombenanschlag der ebenfalls linken Rebellen von der Nationalen Befreiungsarmee im Februar Dutzende Polizisten in der Hauptstadt verletzt. Auch gab es den Behörden zufolge zuletzt Bombendrohungen rechtsextremer Paramilitärs, die in den Drogenschmuggel verwickelt sind.

beb/Reuters



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