Bürgerkrieg in Kolumbien Ermittler wollen mehr als 28.000 Tote ausgraben

In Kolumbien herrscht seit mehr als 50 Jahren Bürgerkrieg. Zahllose Opfer wurden in anonymen Gräbern verscharrt. Jetzt sollen Spezialisten die Leichen identifizieren.


Kolumbien will mehr als 28.000 namenlose Tote identifizieren, die in den vergangenen Jahren als Opfer des Bürgerkriegs in anonymen Massengräbern verscharrt wurden. In den nächsten Wochen wollen Justizbeamte sieben Städte besuchen, die besonders von den jahrzehntelangen Kämpfen zwischen Rebellen und Regierung betroffen waren.

Überreste der Verstorbenen sollen mit genetischen Daten von Einwohnern verglichen werden, außerdem sollen Gespräche mit Zeugen geführt werden. In den vergangenen fünf Jahren gelang es den Ermittlern bereits, von 1017 ausgegrabenen Leichen 897 zu identifizieren.

Drogen und Geiselnahmen

Bisher konzentrierte sich die Arbeit der Ermittler auf Regionen im Osten des Landes, in denen es den Militärs gelungen war, den Einfluss der Rebellen zurückzudrängen. Die Arbeit soll sich nun beschleunigen, weil sich beide Parteien darauf einigten, die Suche auch in anderen Regionen zuzulassen.

Der Konflikt zwischen Rebellen der Farc und der Regierung dauert in Kolumbien bereits mehr als ein halbes Jahrhundert. Dabei geht es auch um Drogen, die Rebellen finanzieren sich immer wieder auch mit spektakulären Geiselnahmen.

sms/AP



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insgesamt 4 Beiträge
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Listkaefer 23.02.2016
1. Wann kapiert es eigentlich ...
... die Medienwelt: In Kolumbien herrscht k e i n Bürgerkrieg! Fakt ist, dass bewaffnete Banden in Stärke von 8000 und mehr Leuten seit Jahrzehnten das Land mit seinen 45 Millionen Einwohnern unsicher machen. Keine dieser Banden erfährt die Unterstützung vieler Bürger. Im Gegenteil, die Bevölkerung sehnt nichts mehr herbei als von diesen Geißeln Guerrilla und Drogenmafia endlich befreit zu werden. Der, wenn auch korrupte, demokratische Staat verteidigt gegen diese Banden das Gewaltmonopol. Wenn das Bürgerkrieg sein soll, dann hatten wir zur Zeiten von Bader und Meinhof in D ebenfalls Bürgerkrieg. Das sieht wohl niemand so, und es sollte auch im Fall Kolumbiens so sein!
dr-baumann 23.02.2016
2. Listkaefer hat recht ...
... und Kolumbien ist eine Reise wert. Selbst der eher unbekannte Osten. Gehen Sie Delphin-Watching am Orinoco. Wunderbar!
tpro 23.02.2016
3.
Zitat von Listkaefer... die Medienwelt: In Kolumbien herrscht k e i n Bürgerkrieg! Fakt ist, dass bewaffnete Banden in Stärke von 8000 und mehr Leuten seit Jahrzehnten das Land mit seinen 45 Millionen Einwohnern unsicher machen. Keine dieser Banden erfährt die Unterstützung vieler Bürger. Im Gegenteil, die Bevölkerung sehnt nichts mehr herbei als von diesen Geißeln Guerrilla und Drogenmafia endlich befreit zu werden. Der, wenn auch korrupte, demokratische Staat verteidigt gegen diese Banden das Gewaltmonopol. Wenn das Bürgerkrieg sein soll, dann hatten wir zur Zeiten von Bader und Meinhof in D ebenfalls Bürgerkrieg. Das sieht wohl niemand so, und es sollte auch im Fall Kolumbiens so sein!
Eben. Die FARC stuft sich selbst als "...marxistische Volkskampfgruppe..." ein. Das ist wohl der Grund, warum sie bei SPON verklärend "Rebellen" genannt wird. Von vielen anderen Staaten werden sie richtigerweise als terroristische Vereinigung eingestuft. https://de.wikipedia.org/wiki/FARC-EP
bloub 23.02.2016
4.
wie will man denn eigentlich die kolumbianische armee mitsamt ihren hilfstruppen bezeichnen, wenn schon die farc terroristen sein sollen?
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