Kongo Caritas-Mitarbeiter entführt - Deutsche angeschossen

Drei Mitarbeiter der Hilfsorganisation Caritas sind im Kongo verschleppt worden. Eine deutsche Journalistin ist bei dem Überfall durch Rebellen angeschossen worden.


Bei einem Angriff mutmaßlicher Rebellen auf zwei Fahrzeuge der Hilfsorganisation Caritas sind im Osten des Kongos drei Mitarbeiter entführt worden. Zudem wurde eine deutsche Journalistin bei dem Zwischenfall in der Provinz Nord-Kivu angeschossen, wie die Organisation im Kongo mitteilte. Die Frau sei am Bein verletzt worden.

Die örtlichen Caritas-Mitarbeiter im ersten der beiden Jeeps konnten dem Angriff mutmaßlicher ruandischer Rebellen nicht mehr entgehen. Sie gelten seither als verschollen und seien vermutlich entführt worden, teilte die Caritas mit. Die UN-Blauhelmtruppe im Kongo sei eingeschaltet worden.

Die Journalistin und ein Kollege der Presseabteilung aus Deutschland seien im zweiten Fahrzeug unterwegs gewesen. Dessen Fahrer habe nach Beginn des Angriffs den Rückwärtsgang eingelegt und sei im Kugelhagel noch rechtzeitig entkommen, so die Caritas.

Die beiden Deutschen seien später mit einem Hubschrauber der UN-Mission in die Stadt Goma geflogen worden, sagte der stellvertretende Leiter von Caritas International, Christoph Klitsch-Ott. Die beiden Deutschen seien im Auftrag der Caritas unterwegs gewesen, um Projekte in Nord-Kivu zu besuchen, darunter ein Zentrum zur Rehabilitierung früherer Kindersoldaten und eine Initiative zur Ernährungssicherung.

Hinter der Entführung wird die Rebellengruppe FDLR (Demokratische Kräfte zur Befreiung Ruandas) vermutet. Im rohstoffreichen Osten des Kongos kämpfen seit Jahren verschiedene Milizen um die regionale Vorherrschaft und um Bodenschätze. Auch Entführungen kommen in dem Gebiet immer wieder vor. Im März waren beispielsweise drei Mitarbeiter der Hilfsorganisation "Save the Children" entführt worden.

msc/dpa



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