Konten-Betrug Kinder-Sparschweine geplündert - Urteil für Bankangestellte

Sie hatte Kinder um ihr Taschengeld betrogen: Bei der Sparbüchsen-Einzahlung packte eine Augsburger Bankangestellte nur einen Teil des Geldes auf die Konten der Kinder. Den Rest zweigte sie für sich ab. Nun wurde die Kassiererin vom Gericht verurteilt.


Augsburg - Weil sie Geld aus Kinder-Sparschweinen gestohlen hat, ist eine ehemalige Bankmitarbeiterin zu einer Haftstrafe von sechs Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Das Landgericht Augsburg sah es als erwiesen an, dass die 45 Jahre alte Ex-Kassiererin einer Sparkasse in zwei Fällen Kinder um insgesamt 60 Euro betrogen hat.

Zusätzlich zur Bewährungsstrafe muss sie 1800 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen. Die Angestellte hatte die Taten zunächst eingeräumt, sie dann aber vor Gericht mit der Begründung bestritten, sie sei bei der internen Befragung in der Sparkasse unter Druck gesetzt worden.

Der Staatsanwalt sah in dem Handeln der Frau eine "hohe moralische Verwerflichkeit". Das Vertrauen der Kinder in die Bank sei massiv verletzt worden. "Es ist eine Sauerei und stinkt zum Himmel, wenn kleinen Kindern das Geld geklaut wird, das sie gespart haben."

Der Schwindel flog auf, weil Eltern das Ersparte ihrer Kinder genau abgezählt hatten, bevor sie es ins Geldinstitut brachten:Im April hatten zunächst zwei sechs und neun Jahre alte Brüder eine Sparbüchse mit 80 Euro in die Augsburger Sparkassen-Filiale gebracht. Ihnen wurden aber nur 50 Euro gutgeschrieben. Die restlichen 30 Euro hat die Kassiererin nach Auffassung des Gerichts für sich abgezweigt.

Etwa vier Wochen später brachten die Eltern von Geschwistern im Alter von ein und vier Jahren deren Ersparnisse von etwas mehr als 100 Euro zur Sparkasse. Aus beiden Sparbüchsen fehlten auf dem Konto schließlich jeweils 15 Euro.

amz/dpa/ddp



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