Reaktion auf Gewalttaten München verhängt Rucksackverbot für die Wiesn

Personenkontrollen, mobile Zäune, Rucksackverbot: Die Stadt München will mehr Sicherheit auf dem Oktoberfest. Bis zu 450 Ordner werden dieses Jahr eingesetzt.

Oktoberfest in München
REUTERS

Oktoberfest in München


Mit einem Rucksackverbot, Personenkontrollen und einem mobilen Zaun am Rand des Wiesn-Geländes will die Stadt München die Sicherheit auf dem Oktoberfest erhöhen.

Zwar gebe es weiterhin keine konkrete Gefährdungslage. Dennoch werden zu Spitzenzeiten bis zu 450 Ordner im Einsatz sein, die "an den Eingängen intensive Taschenkontrollen durchführen" werden, wie der Leiter des Referats für Arbeit und Wirtschaft, Josef Schmid (CSU), mitteilte.

In Bayern hatte es im Juli binnen kürzester Zeit drei schwere Gewalttaten gegeben. Ein 18-jähriger Schüler tötete bei einem Amoklauf an einem Münchner Einkaufszentrum neun Menschen und sich selbst. Zuvor hatten es mutmaßlich islamistisch motivierte Anschläge in Würzburg und Ansbach gegeben.

Alles, was mehr als drei Liter umfasst, ist verboten

Beim diesjährigen Oktoberfest sind Rucksäcke und größere Taschen auf dem Festgelände verboten. Konkret ist alles, was mehr als drei Liter fasst, nicht mehr erlaubt. Das Ganze sei leicht zu überprüfen, sagte Schmid: "Eine Tasche, in die mehr als drei Milchtüten passen, die ist eigentlich schon zu groß."

Um das Rucksackverbot durchsetzen zu können, wird es an den Eingängen umfangreiche Kontrollen geben. Statt 250 Ordner wie im vergangenen Jahr werden dieses Jahr bis zu 450 Sicherheitskräfte auf der Wiesn eingesetzt.

Um die Kontrollen durchführen zu können, dürfe es keinen offenen Korridor geben, sagte Schmid. Der logische Schritt sei deswegen ein Zaun um das Festgelände.

Die 350 Meter lange Hangkante an der Theresienhöhe werde deswegen mit sogenannten Secufences ausgestattet. Die neun Elemente seinen in 50 Sekunden wieder abgebaut, falls es zu einer Panik kommen sollte. An sieben Stellen soll es zudem 1,20 Meter breite Lücken geben. "Deswegen gibt es keinerlei Grund, Ängste wegen des Zauns zu haben", sagte Schmid. Denn der stelle kein Sicherheitsrisiko da.

Das Oktoberfest beginnt am 17. September und dauert bis zum 3. Oktober. Jedes Jahr zieht das bekannteste Volksfest Deutschlands rund sechs Millionen Besucher aus aller Welt an.

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msc/dpa/AFP



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