Museum in Kopenhagen Diebe mischen sich unter Touristen und stehlen Rodin-Statue

Am hellichten Tag spazierten zwei Diebe in ein berühmtes Museum in Kopenhagen, packten eine 270.000-Euro-Bronzebüste von Rodin in ihre Tüte - und waren zwölf Minuten später wieder verschwunden. "Es ist grässlich", sagt der Museumsdirektor.

"Der Mann mit der gebrochenen Nase": Rodin-Büste gestohlen
DPA/ Ny Carlsberg Glyptotek

"Der Mann mit der gebrochenen Nase": Rodin-Büste gestohlen


Die Mitarbeiter der Sicherheitsfirma haben nichts gemerkt. Die Besucher haben nichts gemerkt. Nur die Überwachungskameras haben aufgenommen, was im Museum Ny Carlsberg Glyptotek in Kopenhagen passierte: Zwei Kunstdiebe haben dort eine wertvolle Bronzebüste gestohlen. Das ganze dauerte nicht länger als zwölf Minuten.

Die Diebe spazierten während der Öffnungszeiten als Touristen verkleidet in das Museum, wie ein Sprecher sagte. Dann hätten sie das Werk "Der Mann mit der gebrochenen Nase" des französischen Bildhauers Auguste Rodin vom Sockel genommen und in eine Tüte gepackt.

Der Vorfall ereignete sich demnach bereits Mitte Juli. "Es ist grässlich", sagte Museumsdirektor Flemming Friborg jetzt der Zeitung "Politiken". "Wir haben ein wichtiges Werk der Sammlung verloren."

Ove Randrup von der Kopenhagener Polizei sagte, der Diebstahl sei offenbar genau geplant gewesen. Die Täter hätten gewusst, was sie taten. "Das war kein Streich." Die Beamten suchen nun nach zwei Männern zwischen 30 und 40 Jahren.

Die Büste stammt aus dem Jahr 1863 und ist 25,5 Zentimeter hoch. Sie existiert in mehreren Versionen. Seit 95 Jahren war "Der Mann mit der gebrochenen Nase" Teil der Sammlung des dänischen Museums. Laut "Politiken" soll diese Version umgerechnet knapp 270.000 Euro wert sein. Dem Artikel zufolge handelt es sich um einen der größten Museumsdiebstähle der jüngeren Zeit.

Die Ny Carlsberg Glyptotek wurde von Carl Jacobsen gegründet, der auch den Grundstein für die Carlsberg-Brauerei legte. Seit 1897 ist das Museum der Öffentlichkeit zugänglich. Aktuell sind dort mehr als 10.000 historische und moderne Exponate ausgestellt.

aar/dpa



insgesamt 9 Beiträge
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thedream34 20.08.2015
1. Als Touristen verkleidet...
....müssen ja Genies sein :o
it--fachmann 20.08.2015
2. Genial!
Wie diese Leute den Kunst-Kitsch aus der Öffentlichkeit beseitigt haben. Es gibt da bestimmt noch einen Deppen, der denen einen Riesenpreis dafür bezahlt, denn dieses Studentenwerk ist ja schließlich von R o d i n.
oswin82 20.08.2015
3. Uniformpflicht für Diebe !
Es kann ja wohl nicht sein das Diebe nicht ihre Berufsbekleidung im Einsatz tragen!
ffmfrankfurt 20.08.2015
4. @it-Fachmann
entschuldigen Sie bitte, aber was ein dümmlicher Kommentar von Ihnen! Nur wenn man sich nicht mit Kunst auskennt, oder keinen Blick dafür hat, heißt es nicht automatisch, dass es alles Kitsch ist. Sie haben sich komplett selber degradiert.
europe9ja 20.08.2015
5. das erinnert mich an
den bekannten sonntäglichen Fischmarkt in Hamburg, wo die Marktwache über Lautsprecher bekannt gibt: "Wir fordern die Taschendiebe auf, das Marktgelände zu verlassen."
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