Kindesmissbrauch Katholischer Priester zu sechs Jahren Haft verurteilt

Über mehr als fünf Jahre verging sich Georg K. an seinem minderjährigen Patensohn. Das Landgericht Krefeld sprach den 56-jährigen Geistlichen schuldig - und ging beim Strafmaß sogar noch über den Antrag der Ankläger hinaus.

Verurteilt wegen Kindesmissbrauchs: Der Priester Georg K.
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Verurteilt wegen Kindesmissbrauchs: Der Priester Georg K.


Krefeld - Ein katholischer Priester ist wegen Kindesmissbrauchs in Krefeld zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht sprach den 56-jährigen Georg K. am Freitag wegen schweren sexuellen Missbrauchs, Kindesmissbrauchs und Missbrauchs von Schutzbefohlenen schuldig. Das Gericht sah 25 Taten als erwiesen an.

Der Geistliche habe sein Patenkind und dessen jüngeren Bruder missbraucht. Dabei sei er einer Strategie gefolgt, sagte der Vorsitzende Richter Herbert Luczak: "Er wollte sich die jungen Menschen als seine Partner heranziehen." Das Gericht ging mit seinem Urteil noch über den Strafantrag der Staatsanwältin hinaus, die fünfeinhalb Jahre gefordert hatte.

Der Pfarrer soll sich an seinem Patenkind vergangen haben, seit der Junge elf Jahre alt war. Die Übergriffe geschahen ab 2001 über einen Zeitraum von fünf Jahren. Die Hoffnung des Bistums Aachen, K. möge mit einem raschen Geständnis seinen mutmaßlichen Opfern erneutes Leid durch den Auftritt vor Gericht ersparen, erfüllte sich nicht. Beide Opfer, heute 21 und 24 Jahre alt, mussten unter Ausschluss der Öffentlichkeit aussagen.

Die Kirche will über Entlassung des Priesters entscheiden

Der Priester war zuletzt im Auftrag der Auslandsseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz in Südafrika eingesetzt. Nach Missbrauchsvorwürfen dort und entsprechenden Ermittlungen war er suspendiert worden. Das Strafverfahren in Südafrika wurde im Juni 2014 allerdings eingestellt. Wegen eines internationalen Haftbefehls wurde er wegen der erhobenen Vorwürfe an Deutschland ausgeliefert.

Die Glaubenskongregation in Rom will über die Entlassung des Pfarrers aus dem Priesteramt entscheiden, sobald das Urteil rechtskräftig ist. Ob der Verurteilte in Revision geht, ist noch unklar. "Wir hoffen sehr, dass er sich nun seiner Verantwortung stellt und das Urteil annimmt. Alles andere halten wir, auch im Sinne der Opfer, für inakzeptabel", sagte ein Sprecher des Bistums Aachen.

sms/dpa

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wolfi7777 06.02.2015
1. Habe ich das richtig verstanden?
Die Kirche hat ihn nach Südafrika "abgeschoben" - wenn er sich da an einem Negerlein vergreift, ist das wohl nicht so schlimm nach Meinung der Verantwortlichen? So was ähnliches ist übrigens in den USA auch passiert - die haben bekannte Kindesmissbraucher nach Alaska zu den Inuit (Eskimos) auf die Dörfer geschickt ... Was für einen Schweinestall die Katholische Kirche doch darstellt! PS: Entschuldigung, Ihr Schweinchen, dass ich Euch zum Vergleich her nehme ...
carrington 06.02.2015
2.
Das die katholische Kirche Pädophile deckt, ist ja nichts Neues.
ergo-oetken 06.02.2015
3. Serienkriminelle wie diesen Priester züchtet sich...
...die Römisch Katholische Kirche regelrecht heran. Sie stammen oft aus Familien, in denen die Dysfuntionalität nicht bearbeitet, sondern überspielt und kaschiert wird. Landen dann früh im Schoss der Kirche. Durchlaufen eine typische Sozialisation: Kirchenkreis, Messdiener, Jugendgruppe, Katholische Schule, Priesterlaufbahn. Meistens ist ihre sexuelle Entwicklung defizitär. Entweder sind diese Männer irgendwo in einem unreifen Stadium stecken geblieben oder leugnen ihre pädophile Störung.Da in diesem katholischen Milieu der Umgang mit Sexualität eh verkrampft und von irrealen Verboten geprägt ist, geraten Jungen dort schnell in Kontakt zu Menschen, von denen sie sexuell ausgebeutet werden. Meistens ältere Jungen oder Priester. Solche Menschen missbrauchen in krankhafter Manier oder aus psychosozialer Verwahrlosung heraus Kinder und Jugendliche. Ein Priesteramt bietet ihnen dafür ideale Bedingungen. TäterInnen pflegen ihre Tatorte. Sie sind deshalb besonders treue und willfährige Untergebene. Und somit ideale Mitarbeiter der Kirche. Zu Täterstrategien: [url]http://www.ev-kirchenkreis-neukoelln.de/Webdesk/documents/Ekbo007/Dokumente+2009/VortragGoecker.pdf[url] Speziell bezogen auf Jungen als potentielle Opfer: http://www.petze-kiel.de/pdf/aktuelles/2011_11_04_Fachtagung_Jungen/Workshop_4_Fobian_Taeterstrategien.pdf Im Übrigen ist es nicht erwiesen, dass der Anteil missbrauchender Männer größer ist als der der Frauen. Vor Allem die sexuelle Ausbeutung von Kleinst- und Kleinkindern bleibt so gut wie immer unentdeckt. Verursacht aber immense Schäden. Im somatischen Bereich ("Körpergedächtnis") und in der Stressregulation ("hyperaktive, aggressive, unberechenbare oder depressive Kinder"). Angelika Oetken, Berlin-Köpenick, eine von 9 Millionen Erwachsenen in Deutschland, die in ihrer Kindheit und/oder Jugend Opfer schweren sexuellen Missbrauchs wurden
ichgebsauf 06.02.2015
4. Ist der Herr
der den drittenKommentar schrieb, jemals mit Einrichtungen der Kirche in Verbindung getreten? Besuchte er mal Kindergruppen, Schülertreffs, Jugendgruppen? war er mal Messdiener? Nein, er ist ein hohler Schwätzer, der meint mit halb verstandenem psychologistisch anmutenden Geschwafel tatsächlich seinen wie immer erworbenen Hass verbergen zu können. vielleicht ein bisschen Statistik zu Nachhilfe? Die meisten Missverbrauchsverbrechen (98%) begehen Männer aus dem Verwandten - und Freundeskreis der Missverbrauchsopfer (wie ja auch das oben angeführte Verbrechen beweist). Naja, auch hasserfüllte Schwätzer müssen ihren Frust los werden.
miho42 07.02.2015
5. Wer lesen kann...
Zitat von ichgebsaufder den drittenKommentar schrieb, jemals mit Einrichtungen der Kirche in Verbindung getreten? Besuchte er mal Kindergruppen, Schülertreffs, Jugendgruppen? war er mal Messdiener? Nein, er ist ein hohler Schwätzer, der meint mit halb verstandenem psychologistisch anmutenden Geschwafel tatsächlich seinen wie immer erworbenen Hass verbergen zu können. vielleicht ein bisschen Statistik zu Nachhilfe? Die meisten Missverbrauchsverbrechen (98%) begehen Männer aus dem Verwandten - und Freundeskreis der Missverbrauchsopfer (wie ja auch das oben angeführte Verbrechen beweist). Naja, auch hasserfüllte Schwätzer müssen ihren Frust los werden.
ist klar im Vorteil. 1. Nicht Herr, sondern FRAU. Und zweitens, Zitat: "Angelika Oetken, Berlin-Köpenick, eine von 9 Millionen Erwachsenen in Deutschland, die in ihrer Kindheit und/oder Jugend Opfer schweren sexuellen Missbrauchs wurden", hat Frau Oetken sicherlich handfeste Gründe, um genau diesen Text zu schreiben. Schönen Tag noch.
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