Niedersachsen: Mann erschießt Landrat von Hameln-Pyrmont

Der Hamelner Landrat Rüdiger Butte ist in seinem Büro im Kreishaus erschossen worden. Anschließend brachte sich der 74-jährige Schütze selbst um. Butte war früher Direktor des Landeskriminalamts Niedersachsen.

DPA

Hameln - Der Landrat des Kreises Hameln-Pyrmont, Rüdiger Butte, ist am Freitagvormittag im Gebäude der Kreisverwaltung im niedersächsischen Hameln erschossen worden. Der Täter nahm sich nach den tödlichen Schüssen das Leben, wie ein Polizeisprecher mitteilte.

Die "Deister- und Weserzeitung" meldete, dass gegen 10 Uhr ein älterer Mann in Buttes Büro gekommen sei und Schüsse abgefeuert habe. Nach der Tat habe der Mann sich selbst umgebracht. Die Polizei bestätigte die Angaben. Die Identität des Schützen sei noch nicht bekannt. Die Nachrichtenagentur AFP berichtete, dass der Täter 74 Jahre alt war und aus dem Landkreis stammte. Diese Angaben deckten sich mit Recherchen der "Deister- und Weserzeitung".

Die Schüsse gab der Täter nach Polizeiangaben geplant und sehr gezielt ab. Der 74-Jährige habe sich zunächst im Landratsbüro angemeldet und das Zimmer des Verwaltungschefs dann nach Aufforderung betreten. Dann habe der Mann nach den bisherigen Ermittlungen mehrere Schüsse auf den Landrat abgefeuert. Tatwaffe sei ein Revolver gewesen. Augenzeugen für das Verbrechen gibt es nicht.

Die Sprecherin des Landkreises Hameln-Pyrmont, Sandra Lummitsch, hörte die Schüsse in einem benachbarten Büro. Lummitsch sagte, anschließend sei die Vorzimmerdame des Landrats in ihr Büro gelaufen und habe gerufen: "Etwas Schreckliches ist passiert." Die Sprecherin setzte einen Notruf an die Polizei ab. Danach schloss sie sich mit der Kollegin im Büro ein. Der Täter sei ihr nicht bekanntgewesen, sagte Lummitsch.

Rüdiger Butte war laut Angaben auf seiner Website seit 1986 Mitglied der SPD und seit August 2005 Landrat des Landkreises Hameln-Pyrmont. Zuvor war der 63-Jährige von 2001 an Direktor des Landeskriminalamts Niedersachsen gewesen. Der verheiratete Politiker hinterlässt zwei Kinder und fünf Enkelkinder.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil zeigte sich über Buttes Tod tief betroffen. "Er war ein wunderbarer Mensch, immer freundlich, zugewandt und motivierend", heißt es in einer Mitteilung der Staatskanzlei. "Diese furchtbare Tat schockiert uns alle." Das Mitgefühl der ganzen Landesregierung gelte Buttes Frau und seiner Familie. Der Landrat habe sich um die innere Sicherheit und die kommunale Selbstverwaltung in Niedersachsen große Verdienste erworben.

ulz/AFP/dpa

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