Brandenburg Brandanschlag auf Flüchtlingsheim - Verdächtiger festgenommen

Zwei Molotowcocktails hatte ein Mann an Ostern auf eine Flüchtlingsunterkunft im brandenburgischen Kremmen geworfen. Nun hat die Polizei einen Tatverdächtigen gefasst, er hat bereits gestanden.


Vier Monate nach einem Brandanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft im brandenburgischen Kremmen hat die Polizei den mutmaßlichen Täter festgenommen. "Es handelt sich um einen 28-Jährigen aus dem Ort", sagte er Oberstaatsanwalt Wilfried Lehmann von der Staatsanwaltschaft Neuruppin."Er hat die Würfe mit den Molotowcocktails eingeräumt," sagte Lehmann.

Nach der Festnahme des arbeitslosen Mannes sei Haftbefehl wegen versuchten Mordes und versuchter schwerer Brandstiftung erlassen worden. In den frühen Morgenstunden am Karsamstag hatte ein Mann zwei Brandsätze auf die eingezäunte Unterkunft nördlich von Berlin geschleudert. Mitarbeiter des Sicherheitsdiensts konnten einen Molotowcocktail sofort löschen, der zweite Brandsatz zündete nicht. Verletzte gab es nicht. Das Motiv war demnach Fremdenfeindlichkeit.

"Wir haben keine Hinweise auf weitere Täter", sagte Lehmann. Der Festgenommene sei bislang strafrechtlich nicht in Erscheinung getreten. Brandenburgs Innenstaatssekretärin Katrin Lange (SPD) lobte die "hartnäckige Ermittlungsarbeit". Von der Festnahme gehe das Signal aus, "dass sich ausländerfeindlich motivierte Täter nie sicher sein dürfen, mit ihren hinterhältigen Aktionen bei Nacht und Nebel straffrei davonzukommen".

Für Hinweise auf den Täter waren sei Mitte Juni 5000 Euro Belohnung ausgesetzt, was die Ermittler aber nicht weiterbrachte. Letztlich habe "gute Polizeiarbeit" zum mutmaßlichen Täter geführt, sagte Lehmann. Der Brandanschlag war von Videokameras aufgezeichnet worden. Zum Tatzeitpunkt wohnten nach Angaben des RBB 70 Menschen in der Unterkunft.

asc/dpa/AFP



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