"Schwimmende Bombe" Frachter mit 400 Tonnen Sprengstoff vor Kreta gestoppt

29 Container Sprengstoff: Die griechischen Behörden haben ein Schiff aus dem Verkehr gezogen, das tonnenweise explosives Material transportierte. Die Küstenwache spricht von einer "schwimmenden Bombe".

Hellenic Coast Guard

Die griechische Küstenwache hat einen Frachter gestoppt, der 29 Container mit Sprengstoff an Bord hatte. Wie ein Sprecher der Küstenwache sagte, sei der Frachter "Andromeda" eine "schwimmende Bombe" gewesen, eine Gefahr für Menschen und Umwelt. Das Schiff sei bereits am 6. Januar gestoppt und zum Einlaufen in den Hafen von Iraklion auf Kreta gezwungen worden.

Nach vier Tage andauernden Kontrollen seien rund 410 Tonnen Sprengstoff sichergestellt worden. Darunter waren Ammoniumnitrat und Zünder. Das Schiff fährt unter der Flagge Tansanias, es gehöre aber einer griechischen Reederei, hieß es.

Den Sprengstoff soll das Schiff im türkischen Mersin geladen haben. Die griechischen Sicherheitsbehörden hätten den Transport gestoppt, weil Informationen vorlagen, dass der Frachter nach Libyen fahren sollte. Lieferungen von Waffen oder Munition nach Libyen hat die EU wegen des Bürgerkriegs in diesem nordafrikanischen Land verboten.

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Explosive Fracht: 400 Tonnen Sprengstoff an Bord

Die achtköpfige Besatzung des Frachters wurde festgenommen und soll laut Küstenwache der Justiz übergeben werden.

jpz/dpa/AFP/Reuters



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mymindisramblin' 11.01.2018
1. Nach Libyen also
Versucht sich dort gerade nicht der IS zu etablieren, nachdem er in Syrien und dem Irak auf dem Rückzug ist. Und der Absender kommt aus der Türkei? Sicherlich wird Erdogan sich vehement zur Wehr setzen, sollte ihn irgendjemand der Terror–Unterstützung bezichtigen...
mimoun74 11.01.2018
2. Tripolis
Nein der IS ist in Lybien sogar schon weiter ausgelöscht als in Syrien. Er hält keine Stadt oder Gebiete. Es ist aber allgemein bekannt das die Türkei,Katar,USA, und die EU die international anerkannte Regierung in der Hauptstadt Tripolis unterstützen während Ägypten,Saudi-Arabien,VAE und Russland der Militärdiktator Haftar in Bengasi an die Macht bringen wollen. Also steht die Türkei hier auf der richtigen (westlichen) Seite.
hanfiey 11.01.2018
3. Ammoniumnitrat ist Dünger
Das Zeug ist in erster Linie Dünger und kein Sprengstoff, es kann aber zum sprengen geeignet sein wenn mehrere Faktoren zusammenkommen. Die Zünder sind ein erster Hinweis aber wohl kaum ausreichend, vielleicht war es auch nur eine ungeschickte Zusammenstellung der Lieferung. Für Anschläge wohl ausreichend oder Bergbau wenn das Nitrat aufbereitet wird. Zum sprengen gibt es ganz andere Möglichkeiten.
heroldic 11.01.2018
4. Artikel Lesen hilft
Zitat von hanfieyDas Zeug ist in erster Linie Dünger und kein Sprengstoff, es kann aber zum sprengen geeignet sein wenn mehrere Faktoren zusammenkommen. Die Zünder sind ein erster Hinweis aber wohl kaum ausreichend, vielleicht war es auch nur eine ungeschickte Zusammenstellung der Lieferung. Für Anschläge wohl ausreichend oder Bergbau wenn das Nitrat aufbereitet wird. Zum sprengen gibt es ganz andere Möglichkeiten.
Wer lesen kann ist im Vorteil. Im Artikel steht Sprengstoff, Zunder und Ammonium Nitrat. Sprengstoff + Zünder + Ammonium Nitrat + eine leicht erhältlichen weitere Zutat ist bei Sprengmeister der Terror Szene vielerorts sehr beliebt... Griechenland handelt m.e. Konsequent richtig.
bierzelt 11.01.2018
5. #3 "ungeschickte Zusammenstellung"
Ja stimmt, wenn man die richtigen Dinge zusammenstellt, ist das dann wohl ungeschickt? Natürlich ist Ammoniumnitrat ein ausgezeichneter Dünger. Ab mit Initialzünder ist Ammoniumnitrat auch ein ausgezeichneter Inertsprengstoff. Mit Diesel gestreckt nennt sich das dann ANFO. Damit hat z.B. Anders Breivik einen Bombenanschlag mit sieben Toten verübt, bevor er die ganzen Kinder erschoss. Schon Timothy McVeigh wusste das Zeug zu schätzen. Entweder ist da jemand ganz kräftig geleimt worden oder da sollte mal eben ein wenig Sprengstoff in Krisengebiete geschickt werden.
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