Mexiko-Stadt - Bei gewalttätigen Auseinandersetzungen in einem Gefängnis in Mexiko sind am Samstag mindestens 13 Menschen ums Leben gekommen. Rund 60 weitere seien bei den Kämpfen in der Haftanstalt La Pila im Bundesstaat San Luis Potosí rund 400 Kilometer nördlich von Mexiko-Stadt verletzt worden, teilten die Sicherheitsbehörden mit.
Sie hätten größtenteils Stichverletzungen und Quetschungen erlitten. Über 20 Verletzte seien in einem kritischen Zustand, zitierte die Tagezeitung "El Universal" in ihrer Onlineausgabe den Gouverneur des Bundesstaats, Fernando Toranzo Fernández.
Die Häftlinge seien in den frühen Morgenstunden (Ortszeit) in drei Schlafsälen mit selbst angefertigten Stichwaffen aufeinander losgegangen, teilte das örtliche Innenministerium mit. Insgesamt seien rund 100 Gefangene an den Kämpfen beteiligt gewesen, berichtete die Zeitung "Reforma" unter Berufung auf Sicherheitskreise. Auslöser sei eine Gruppe von Häftlingen gewesen, die andere ausgeraubt und schikaniert habe. Ob dabei auch rivalisierende Drogengangs eine Rolle spielten, war zunächst unklar.
Soldaten und Polizisten brachten die Lage nach Angaben der Staatsanwaltschaft nach einigen Stunden wieder unter Kontrolle. Gouverneur Toranzo habe eine Untersuchung des Vorfalls angeordnet. Vor allem solle geprüft werden, ob die Wächter die Häftlinge aus ihren Zellen ließen.
Die Menschenrechtskommission des Landes beklagt seit langem die chronische Überfüllung der mexikanischen Gefängnisse. Auf gut 188.000 Plätze kommen demnach mehr als 237.000 Gefangene. Der Kommission zufolge starben seit dem Beginn des vergangenen Jahres fast 280 Häftlinge nicht natürlicher Tode.
mik/dpa
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