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Polizeistatistik: Zahl der Morde in New York sinkt auf Rekord-Tief

In New York sind im vergangenen Jahr so wenig Morde registriert worden wie seit 52 Jahren nicht mehr. Dazu hat auch eine umstrittene Strategie beigetragen.

New York - In der US-Metropole New York hat es 2014 so wenige Morde wie noch nie zuvor seit Erhebung der Statistik gegeben. Die Stadt, die früher als Hochburg der Kriminalität galt, verzeichnete im vergangenen Jahr 328 Morde. Das berichtete die "New York Times" . 2013 seien es noch 335 Morde gewesen. Die Zahlen werden seit 52 Jahren erhoben.

Vor einem Vierteljahrhundert wurden demnach noch deutlich mehr Menschen in New York umgebracht. Im Jahr 1990 verzeichnete die Polizeistatistik 2245 Morde - bisheriger Höhepunkt der Gewaltwelle. Die neuen Zahlen belegen, dass die Kriminalität auch insgesamt zurückgeht. Die Polizei führt das unter anderem auf bessere Strategien bei der Kriminalitätsbekämpfung zurück. "Das ist eine Errungenschaft für alle Ewigkeit", sagte Bürgermeister Bill de Blasio.

In den Neunzigerjahren hatte de Blasios Vorgänger Rudy Giuliani zusammen mit dem New Yorker Polizeichef die sogenannte "Broken Window"-Theorie zur Grundlage der Polizeiarbeit in der Stadt erklärt. Demnach sollen alle Viertel in einem ansehnlichen Zustand sein, schon eine einzige eingeschlagene Fensterscheibe ziehe weitere Randalierer an, hieß es.

Mit dieser "Null Toleranz"-Politik drängte die Polizei zwar die Kriminalität zurück, gleichzeitig verschärfte sie die Diskriminierung von Minderheiten etwa durch willkürliche Durchsuchungen. Schon in den Neunzigerjahren protestierten die Menschen dagegen, und auch heute ist das Vorgehen der New Yorker Polizei umstritten. In den vergangenen Monaten gab es immer wieder Proteste gegen Polizeigewalt. Auslöser waren die Erschießung des schwarzen Teenagers Michael Brown in Ferguson und der gewaltsame Erstickungstod von Eric Garner in New York. Bei ihren Protesten skandieren die Demonstranten unter anderem: "Broken windows - broken lives".

mja/dpa

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insgesamt 16 Beiträge
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1.
lasterfahrer 02.01.2015
sind in der statistik auch die ganzen leute drin die von polizisten ermor.. äh.. in notwehr erschossen wurden?
2. Warum nur die halbe Info statt vollständiger ?
Susi Sorglos 02.01.2015
https://blog.fefe.de/?ts=aa585d2c
3. Die sogenannte Broken Window Theorie und deren Umsetzung
hdudeck 02.01.2015
kriminalisiert auch kleine Vergehen, wie z.B. das Duchgehen eines der Parks nach deren Schliesung. Wobei diese nicht wirklich verschlossen sind, da keine Tore vorhanden. Wird man dabei erwischt, landet man im Criminal Court. Und im Falle der Verurteilung ist man vorbestraft. Und das ist nur ein Beispiel von vielen. Neben dem Profiling nach sozialen und rassistischen Gesichtpunkten kommt dann noch die Willkuer der Polizei, sodass jeder in NYC vor Gericht landen kann, selbst wenn man nicht getan hat. Einen Grund gibt es immer, und wenn es an den Haaren herbeigeholt ist. Ein Grund, warum die Gerichte in NYC praktisch 24/7 durcharbeiten.
4. das einzige
chjuma 02.01.2015
was wirklich hilft. Verbrecher verstehen nur ihre eigene Sprache. Trotzdem darf eine Polizei nicht willkürlich handeln. Und Notwehr ist Notwehr. Jedem Bürger ist es gegeben sich an die Anweisung eines Polizisten zu halten. Und wenn der sagt dass man die Waffe fallen lassen soll, dann kann man einfach alles was man in den Händen hält der Schwerkraft übergeben, dann gibt's auch keine Missverständnisse. Punkt.
5.
Promethium 02.01.2015
Ist es nicht ein wenig seltsam auf der eine Seite die harten Polizeimethoden zu kritisieren und andererseits deren Erfolge zu feiern? New York liegt übrigens so immer noch bei einer Mordrate von 3.9 und damit beim 10 fachen der sichersten Stadt der USA nämlich Plano in Texas (0.4). Die Top 10 der sichersten Städte der USA: Plano/Texas Lincoln/Nebraska Henderson/Nevada Mesa/Arizona Portland/Oregon Santa Ana California El Paso/Texas San Diego/California Austin/Texas Seattle/Washington 3 mal Texas und das bei den texanischen Waffengesetzen! Ist das nicht interessant? Allerdings ist New York doch deutlich besser als die 10 gefährlichsten Städte der USA. Die Top 10 der gefährlichsten Städte der USA: Detroit/Michigan New Orleans/Louisiana St. Louis/Missouri Baltimore/Maryland Newark/New Jersey Oakland/California Stockton/California Kansas City/Missouri Philadelphia/Pennsylvania Cleveland/Ohio Cleveland Michael Brown wurde in unmittelbarer Nähe zu St.Louis getötet und Tamir Rice in Cleveland.
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