Kriminalität Kindsmissbrauch in Dutzenden Fällen - verdächtiger Sektenguru in Spanien untergetaucht

Seit Jahren wird der Mann gesucht, weil er Führer einer in Bayern gegründeten Sekte sein soll, der rund 1000 Fälle von Kindesmissbrauch angelastet werden. Nun führt die Spur nach Spanien.


Madrid/München - Ihm selbst wirft die Polizei vor, mindestens 116 Kinder missbraucht zu haben. Nach jahrelangen Ermittlungen der deutschen Behörden führe die Spur des 58-jährigen gebürtigen Hamburgers nun nach Galicien im Nordwesten Spaniens, schrieb die Zeitung "El País". Der Verdächtige sei auch als Esoterik-Musiker bekannt und habe in den achtziger Jahren in Bayern eine Sekte gegründet, der insgesamt rund 1000 Fälle von Kindesmissbrauch angelastet würden.

Die Münchner Staatsanwaltschaft bestätigte, dass der Mann bereits seit Jahren gesucht werde. Sollte er nun in Spanien gefunden werden, werde man seine Auslieferung beantragen, sagte Oberstaatsanwalt Anton Winkler. Der Gesuchte hatte seinen Wohnsitz zuletzt im Raum München.

Laut "El País" hatte sich der mutmaßliche Sektenguru nach seiner Flucht aus Deutschland mit seinen Gefolgsleuten zunächst auf einem Landgut in Vila Nova de Cerveira im Norden Portugals niedergelassen.

Nun sei er aber in den angrenzenden galicischen Provinzen Pontevedra und Vigo gesehen worden. Augenzeugen wollen ihn an einem Strand bei dem Versuch beobachtet haben, neue Anhänger zu werben. Es gebe zudem Informationen, der 58-Jährige lebe auf einem Boot und pendle auf dem Fluss Miño zwischen Spanien und Portugal. Auch in Szene-Lokalen der Ferieninsel Ibiza sei er gesehen worden.

asc/dpa



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