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Kriminalstatistik: Die große Mogelpackung

Von , Düsseldorf

Die Zahl der Straftaten in Deutschland ist angeblich auf dem niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung, Bundesinnenminister Friedrich lobt die "positive Entwicklung". Doch Experten sind überzeugt: Die statistische Erfolgsmeldung ist vor allem der Schwäche der Polizei geschuldet.

Innenminister Friedrich: "Hervorragender Beleg für die Polizeibeamten" Zur Großansicht
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Innenminister Friedrich: "Hervorragender Beleg für die Polizeibeamten"

Es gebe eine vollkommen narrensichere Methode, die statistisch erfasste Kriminalität in Deutschland noch weiter zu senken, ätzt der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt: "Man muss dazu einfach die Polizei immer und immer weiter schwächen."

Konkret heiße das, Tausende Stellen abzubauen, Zivilfahnder zur Dauerüberwachung von Sicherungsverwahrten abzustellen, gesetzliche Ermittlungsmöglichkeiten zu streichen und den Beamten zusätzliche Aufgaben zu übertragen. Diesen Weg habe die Politik längst eingeschlagen. Das Problem sei aber, sagt Wendt, dass "irgendwann die Stunde der Wahrheit kommt".

Sichtlich zufrieden hat der Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) am Freitagvormittag in Berlin die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) vorgestellt. Die Zahl der Straftaten ist demnach in Deutschland auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung gesunken. Im vergangenen Jahr wurde mit rund 5,93 Millionen registrierten Vorfällen erstmals die Sechs-Millionen-Marke unterschritten. Im Vergleich zu 2009 ging die Kriminalität um zwei Prozent zurück.

"Durchaus positive Entwicklung"

Die Gesamtzahl sei eine "durchaus positive Entwicklung", lobt Friedrich. Die Aufklärungsquote habe bei 56 Prozent gelegen und damit einen Höchststand seit Erfassung erreicht. Dies sei ein "hervorragender Beleg für die Polizeibeamten". Sorgen bereite ihm dagegen ein deutlicher Anstieg der Computerkriminalität um mehr als zwölf Prozent.

Die Methoden der Täter würden immer ausgefeilter, so Friedrich. Opfer bemerkten oft nichts. Der Minister rief Betreiber und Software-Entwickler zu einem besseren Schutz auf. Wer mit dem Internet viel Geld verdiene, müsse auch für die Sicherheit sorgen. Die Polizei scheint damit jedenfalls überfordert zu sein.

Ein Kriminaloberkommissar, der in einer Dienststelle für Computerkriminalität (Polizeijargon "ComKri") arbeitet, berichtete SPIEGEL ONLINE aus der Praxis: "Ich werde von meinen Vorgesetzten aufgefordert, Verfahren kleinzuhalten." Das heiße: Werde ihm etwa ein Betrugsdelikt bei Ebay angezeigt, frage er dort niemals nach, ob sein mutmaßlicher Täter noch mehr Menschen geschädigt haben könnte. "Sonst habe ich direkt Hunderte Fälle an der Backe, die sich ohnehin nie aufklären lassen." Das mache viel Arbeit und schade nur der Statistik.

Nur ein Bruchteil der Taten wird gezählt

Hinzu kommt, dass in der PKS nach dem Tatortprinzip nur Straftaten gezählt werden, die in Deutschland begangen werden, wie der Vorsitzende des Bunds Deutscher Kriminalbeamter, Klaus Jansen, erläutert. Die meisten Betrügereien im Internet würden aber aus dem Ausland begangen und statistisch gar nicht erfasst.

Auch nach Meinung der Gewerkschaft der Polizei (GdP) zeichnet die PKS ein verzerrtes Bild der Kriminalität. "Es hat sich seit langem erwiesen, dass diese Statistik nicht das entsprechende Sicherheitsgefühl und das Sicherheitsgeschehen in Gänze wiedergibt", sagt GdP-Chef Bernhard Witthaut: "Diese Statistiken können sehr wohl so manipuliert werden, dass nach außen hin alles gut dasteht."

Zum Beispiel gebe es Versuche, einen aufgeklärten Einbruch dreifach zu erfassen, indem als separate Delikte Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung dazu gezählt würden. Tatsächlich handele es sich aber nur um eine aufgeklärte Tat, so Witthaut.

Auch sein Gewerkschaftskollege Wendt hält die Statistik für "manipulierbar". Im Übrigen bilde dieses Datenwerk nicht die Kriminalität in Deutschland ab, sondern sei eine bloße Tätigkeitsbeschreibung der Beamten. "Die absurde Logik der PKS ist doch: je weniger Polizei, desto weniger Straftaten."

Nach Verstößen suchen

Tatsächlich erfasst die PKS die von der Polizei bearbeiteten Verbrechen und Vergehen sowie die ermittelten Tatverdächtigen. Nicht eingeschlossen sind Ordnungswidrigkeiten, Staatsschutzdelikte und einige Verkehrsdelikte. Ebenso werden unter anderem auch Verstöße gegen strafrechtliche Landesgesetze und Versammlungsgesetze der Länder nicht berücksichtigt, wie die PKS-Autoren regelmäßig in ihren Vorbemerkungen zu dem Bericht erklären.

Aufgeführt werden zudem nur Straftaten, die bekannt sind - die also von den Menschen angezeigt oder von der Polizei gesucht wurden. Wie groß das Dunkelfeld ist, weiß niemand genau.

"Die Polizeiliche Kriminalstatistik bietet also kein getreues Spiegelbild der Kriminalitätswirklichkeit, sondern eine je nach Deliktsart mehr oder weniger starke Annäherung an die Realität", räumen selbst die Verfasser ein. Die Statistik sei für Politik und Wissenschaft eine Hilfe, um etwas über die Häufigkeit von Straftaten und Entwicklungen zu erfahren.

Und manchmal ist sie auch ein Mittel, um öffentlichen Druck aufzubauen. So ist in Ermittlerkreisen etwa der Fall eines nordrhein-westfälischen Polizeipräsidenten bekannt, der mit den örtlichen Verkehrsbetrieben die Verabredung traf, künftig jeden Schwarzfahrer anzuzeigen. Die Ermittlungsverfahren wurden zwar allesamt eingestellt, doch die Fallzahlen explodierten. Die Folge: In dieser Stadt arbeiten jetzt deutlich mehr Polizisten.

Registrierte Kriminalität in Großststädten je 100.000 Einwohner
Stadt Häufigkeitszahl* 2010 Häufigkeitszahl 2009 Veränderung der Häufigkeitszahl (%)
Frankfurt a. M. 15.977 16.410 -2,6
Hannover 14.653 14.727 -0,5
Berlin ** 13.798 14.467 -4,6
Berlin (angepasst) ** 13.798 13.842 -0,3
Düsseldorf 13.781 13.670 0,8
Köln 13.694 13.617 0,6
Bremen 13.475 14.407 -6,5
Hamburg 12.669 13.364 -5,2
Lübeck 12.636 13.743 -8,1
Magdeburg 12.632 13.733 -8,0
Dortmund 12.580 12.112 3,9
Kiel 12.108 12.952 -6,5
Halle (Saale) 11.751 11.993 -2,0
Leipzig 11.667 11.272 3,5
Freiburg i. Br. 11.606 11.321 2,5
Bonn *** 11.051 13.114 -15,7
Bonn (angepasst) *** 11.051 10.884 1,5
Rostock 11.014 10.949 0,6
Erfurt 10.611 9.504 11,6
Aachen 10.495 11.153 -5,9
Krefeld 10.431 9.726 7,2
Münster 10.391 10.750 -3,3
Duisburg 10.274 9.903 3,7
Braunschweig 9.943 9.921 0,2
Oberhausen 9.943 9.662 2,9
Bochum 9.897 9.187 7,7
Stuttgart 9.699 10.012 -3,1
Essen 9.422 9.539 -1,2
Augsburg 9.388 9.502 -1,2
Gelsenkirchen 9.366 9.684 -3,3
Mannheim 9.357 9.604 -2,6
Mönchengladbach 9.327 8.500 9,7
Dresden 9.168 8.630 6,2
Wuppertal 9.161 8.753 4,7
Karlsruhe 9.014 8.845 1,9
Chemnitz 8.919 9.253 -3,6
Wiesbaden 8.803 9.349 -5,8
Bielefeld 8.633 8.366 3,2
Nürnberg 8.418 8.641 -2,6
München 7.684 7.519 2,2
Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik 2010
* Häufigkeitszahl: Fälle pro 100.000 Einwohner
** Die Berliner Daten für 2009 weisen aufgrund einer technischen Anpassung des Zählzeitpunktes eine einmalige Überhöhung auf. Es handelt sich um 9.372 zu viel gezählte Fälle, rechnet man diesen Effekt heraus, lag die Häufigkeitszahl in Berlin 2009 bei 13.842 - der Rückgang 2010 ist also ohne diesen Effekt weit weniger dramatisch: -0,3 Prozent.
*** Besonderheit in Bonn 2009: umfangreiches Ermittlungsverfahren mit 7.089 Einzeldelikten beim Warenbetrug. In der Zeile mit den angepassten Werten haben wir diese Fälle 2009 herausgerechnet.

Mit Material von dpa

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1. ohne
Der Markt, 20.05.2011
Ich bin mir nicht sicher, ob diese Statistik aussagekräftig ist. Hier in Berlin kommen viele Starftaten gar nicht zur Anzeige, weil die Opfer von Gewalt Racheakte befürchten. Außerdem werden die Täter immer brutaler, Grund zum feiern gibt es also nicht.
2. kein titelzwang
Methados 20.05.2011
wenn unser herr minister auch nru ein fünkchen funktionierenden menschenverstand hätte, dann würde er selber die aussagefähigkeit selbst anzweifeln und wenigstens (wenn auch leere) versprechungen zur aufstockung der polizei machen.
3.
Sleeper_in_Metropolis 20.05.2011
So schlimm, wie im Artikel dargestellt finde ich es nun nicht. Letzlich scheint es die Defizite vor allem bei Internet-Betrügereien&Co zu geben, das ist zwar nicht schön, aber weitaus besser als bei schweren Straftaten. Und letzlich bildet die Statistik das Verhältnis bekannter Straftaten zu aufgeklärten Straftaten ab, das da eine große Dunkelziffer an Straftaten darunter sein soll, die gar nicht bekannt werden, halte ich für überzogen. Fälle, die nicht gemeldet werden, sind entweder nicht so schwerwiegend oder würden auch mit mehr Beamten nicht gemeldet werden. Das Beispiel aus dem Artikel mit dem Beamten, der bei ebay-Betrügereien nicht weiter nachforscht, zeigt das doch : Zitat : "Das heiße: Werde ihm etwa ein Betrugsdelikt bei Ebay angezeigt, frage er dort niemals nach, ob sein mutmaßlicher Täter noch mehr Menschen geschädigt haben könnte. "Sonst habe ich direkt Hunderte Fälle an der Backe, die sich ohnehin nie aufklären lassen." Das mache viel Arbeit und schade nur der Statistik. " Daraus ergibt sich doch, das die unterstellten anderen hundert Fälle nicht so schlimm sein können - sonst hätten sie die betroffenen ja von sich aus gemeldet.
4. Bevölkerung
Querspass 20.05.2011
Wenn die Bevölkerungszahl zurückgeht, gehen auch die Straftaten zurück. Insbesondere bei der Kinder- und Jugendkriminalität. Das proportional die Straftaten in Alten- und Pflegeheimen zunehmen, ist ja auch unwahrscheinlich.
5. .
ThomasPr, 20.05.2011
Zitat von Der MarktIch bin mir nicht sicher, ob diese Statistik aussagekräftig ist. Hier in Berlin kommen viele Starftaten gar nicht zur Anzeige, weil die Opfer von Gewalt Racheakte befürchten. Außerdem werden die Täter immer brutaler, Grund zum feiern gibt es also nicht.
Ich glaube auch nicht, daß die Statistik aussagekräftig ist. Auf jeden Fall nicht, wenn sie so zustande kommt, wie im Artikel beschrieben. Das sieht eher so aus, als solle die Bevölkerung beruhigt werden. Zusätzlich wäre noch eine, nicht geschönte, Täterstatistik interessant, sortiert nach Alter, Geschlecht, Bildung und ethnischer Herkunft.
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Schad- und Spähsoftware
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Trojaner
Wie das Trojanische Pferd in der griechischen Mythologie verbergen Computer-Trojaner ihre eigentliche Aufgabe (und Schädlichkeit!) hinter einer Verkleidung. Meist treten sie als harmlose Software auf: Bildschirmschoner, Videodatei, Zugangsprogramm. Sie werden zum Beispiel als E-Mail-Anhang verbreitet. Wer das Programm startet, setzt damit immer eine verborgene Schadfunktion ein: Meist besteht diese aus der Öffnung einer sogenannten Backdoor , einer Hintertür, die das Computersystem gegenüber dem Internet öffnet und durch die weitere Schadprogramme nachgeladen werden.
Virus
Computerviren befallen vorhandene Dateien auf den Computern ihrer Opfer. Die Wirtsdateien funktionieren – zumindest eine Zeit lang - weiterhin wie zuvor. Denn Viren sollen nicht entdeckt werden. Sie verbreiten sich nicht selbständig, sondern sind darauf angewiesen, dass Computernutzer infizierte Dateien weitergeben, sie per E-Mail verschicken, auf USB-Sticks kopieren oder in Tauschbörsen einstellen. Von den anderen Schad- und Spähprogrammen unterscheidet sich ein Virus allein durch die Verbreitungsmethode. Welche Schäden er anrichtet, hängt allein vom Willen seiner Schöpfer ab.
Rootkit
Das kleine Kompositum führt die Worte "Wurzel" und "Bausatz" zusammen: "Root" ist bei Unix-Systemen der Benutzer mit den Administratorenrechten, der auch in die Tiefen des Systems eingreifen darf. Ein "Kit" ist eine Zusammenstellung von Werkzeugen. Ein Rootkit ist folglich ein Satz von Programmen, die mit vollem Zugriff auf das System eines Computers ausgestattet sind. Das ermöglicht dem Rootkit weitgehende Manipulationen, ohne dass diese beispielsweise von Virenscannern noch wahrgenommen werden können. Entweder das Rootkit enthält Software, die beispielsweise Sicherheitsscanner deaktiviert, oder es baut eine sogenannte Shell auf, die als eine Art Mini-Betriebssystem im Betriebssystem alle verdächtigen Vorgänge vor dem Rechner verbirgt. Das Gros der im Umlauf befindlichen Rootkits wird genutzt, um Trojaner , Viren und andere zusätzliche Schadsoftware über das Internet nachzuladen. Rootkits gehören zu den am schwersten aufspürbaren Kompromittierungen eines Rechners.
Wurm
Computerwürmer sind in der Praxis die getunte, tiefergelegte Variante der Viren und Trojaner. Im strengen Sinn wird mit dem Begriff nur ein Programm beschrieben, das für seine eigene Verbreitung sorgt - und der Programme, die es transportiert. Würmer enthalten als Kern ein Schadprogramm , das beispielsweise durch Initiierung eines eigenen E-Mail-Programms für die Weiterverbreitung von einem befallenen Rechner aus sorgt. Ihr Hauptverbreitungsweg sind folglich die kommunikativen Wege des Webs: E-Mails, Chats, AIMs , P2P-Börsen und andere. In der Praxis werden sie oft als Vehikel für die Verbreitung verschiedener anderer Schadprogramme genutzt.
Drive-by
Unter einem Drive-by versteht man die Beeinflussung eines Rechners oder sogar die Infizierung des PC durch den bloßen Besuch einer verseuchten Web-Seite. Die Methode liegt seit einigen Jahren sehr im Trend: Unter Ausnutzung aktueller Sicherheitslücken in Browsern und unter Einsatz von Scripten nimmt ein auf einer Web-Seite hinterlegter Schadcode Einfluss auf einen Rechner. So werden zum Beispiel Viren verbreitet, Schnüffelprogramme installiert, Browseranfragen zu Web-Seiten umgelenkt, die dafür bezahlen und anderes. Drive-bys sind besonders perfide, weil sie vom PC-Nutzer keine Aktivität (wie das Öffnen einer E-Mail) verlangen, sondern nur Unvorsichtigkeit. Opfer sind zumeist Nutzer, die ihre Software nicht durch regelmäßige Updates aktuell halten - also potenziell so gut wie jeder.
Botnetz
Botnets sind Netzwerke gekidnappter Rechner - den Bots. Mit Hilfe von Trojaner-Programmen, die sie beispielsweise durch manipulierte Web-Seiten oder fingierte E-Mails auf die Rechner einschleusen, erlangen die Botnet-Betreiber Zugriff auf die fremden PC und können sie via Web steuern. Solche Botnets zu vermieten, kann ein einträgliches Geschäft sein. Die Zombiearmeen werden unter anderem genutzt, um millionenfache Spam-Mails zu versenden, durch eine Vielzahl gleichzeitiger Anfragen Web-Seiten in die Knie zu zwingen oder in großem Stile Passwörter abzugrasen. (mehr bei SPIEGEL ONLINE)
Fakeware, Ransomware
Das Wort setzt sich aus "Fake", also "Fälschung", und "Ware", der Kurzform für Software zusammen: Es geht also um "falsche Software" . Gemeint sind Programme, die vorgeben, eine bestimmte Leistung zu erbringen, in Wahrheit aber etwas ganz anderes tun. Häufigste Form: angebliche IT-Sicherheitsprogramme oder Virenscanner. In ihrer harmlosesten Variante sind sie nutzlos, aber nervig: Sie warnen ständig vor irgendwelchen nicht existenten Viren und versuchen, den PC-Nutzer zu einem Kauf zu bewegen. Als Adware-Programme belästigen sie den Nutzer mit Werbung.

Die perfideste Form aber ist Ransomware : Sie kidnappt den Rechner regelrecht, macht ihn zur Geisel. Sie behindert oder verhindert das normale Arbeiten, lädt Viren aus dem Netz und stellt Forderungen auf eine "Reinigungsgebühr" oder Freigabegebühr, die nichts anderes ist als ein Lösegeld: Erst, wenn man zahlt, kann man mit dem Rechner wieder arbeiten. War 2006/2007 häufig, ist seitdem aber zurückgegangen.
Zero-Day-Exploits
Ein Zero-Day-Exploit nutzt eine Software-Sicherheitslücke bereits an dem Tag aus, an dem das Risiko überhaupt bemerkt wird. Normalerweise liefern sich Hersteller von Schutzsoftware und die Autoren von Schadprogrammen ein Kopf-an-Kopf-Rennen beim Stopfen, Abdichten und Ausnutzen bekanntgewordener Lücken.
Risiko Nummer eins: Nutzer
Das größte Sicherheitsrisiko in der Welt der Computer sitzt vor dem Rechner. Nicht nur mangelnde Disziplin bei nötigen Software-Updates machen den Nutzer gefährlich: Er hat auch eine große Vorliebe für kostenlose Musik aus obskuren Quellen, lustige Datei-Anhänge in E-Mails und eine große Kommunikationsfreude im ach so informellen Plauderraum des Webs. Die meisten Schäden in der IT dürften von Nutzer-Fingern auf Maustasten verursacht werden.
DDoS-Attacken
Sogenannte distribuierte Denial-of-Service-Attacken (DDoS) sind Angriffe, bei denen einzelne Server oder Netzwerke mit einer Flut von Anfragen anderer Rechner so lange überlastet werden, bis sie nicht mehr erreichbar sind. Üblicherweise werden für solche verteilten Attacken heutzutage sogenannte Botnetze verwendet, zusammengeschaltete Rechner, oft Tausende oder gar Zehntausende, die von einem Hacker oder einer Organisation ferngesteuert werden.


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