Kritik an Ex-Bischof Mixa: "Er hat einen Wirklichkeitsverlust"

Neue Schelte für den ins Amt zurückdrängenden Walter Mixa: Der Augsburger Ex-Bischof habe einen "Wirklichkeitsverlust", sagte der frühere Redaktionsleiter von Radio Vatikan, Pater Eberhard von Gemmingen. Mixa sei ein "kranker Mann".

Augsburger Ex-Bischof: Diskussion um Walter Mixa
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DPA

Berlin - Die Diskussion um die Zukunft des Augsburger Ex- Bischofs Walter Mixa dauert an. Der frühere Redaktionsleiter von Radio Vatikan, Pater Eberhard von Gemmingen, fand am Donnerstag im ZDF-"Morgenmagazin" deutliche Worte: "Bischof Mixa müsste zur Wirklichkeit zurückfinden. Er ist auch ein kranker Mann, und deswegen ist es eigentlich blöde, wenn man so viel Lärm um ihn macht."

Von Gemmingen sagte, Mixa habe in zwei verschiedenen Welten gelebt. "Er hat einen Wirklichkeitsverlust, und darüber muss er hinweg. Es ist schwer für ihn." Mixa bräuchte jetzt vor allem Freunde, die ihn an der Hand nähmen und sagten, so gehe es nicht. Von Gemmingen zeigte sich gleichzeitig überzeugt, dass der Vatikan Mixa nicht auf den Bischofsstuhl zurückkehren lasse: "Er muss weg."

Mixa hatte dem Papst Ende April seinen Rücktritt angeboten, nachdem über Prügelstrafen und finanzielle Unregelmäßigkeiten zu seiner Zeit als Pfarrer in Schrobenhausen berichtet worden war. Benedikt hatte am 8. Mai Mixas Rücktrittsgesuch akzeptiert.

Nun will Mixa sein Amt zurück. Er habe die Entscheidung nur unter großem Druck von außen getroffen, sagte er der Zeitung "Die Welt" von Mittwoch. Mixa erwägt, die Vorgänge um seinen Rücktritt vom päpstlichen Gerichtshof untersuchen zu lassen. Der Vatikan bestätigte zwar, dass es ein Gespräch mit dem Papst geben wird, hält eine Rückkehr aber für äußerst unwahrscheinlich.

Der Pressesprecher der bayerischen Bischofskonferenz, Bernhard Kellner, hatte am Mittwoch gesagt, dass beim Rücktritt von Mixa "alles rechtmäßig gelaufen" sei. Nicht zuletzt zum Schutz Mixas sehe man davon ab, Einzelheiten öffentlich auszubreiten. "Wir wünschen ihm gute Genesung. Sein Aufenthalt in der psychiatrischen Klinik war ein erster Schritt", sagte Kellner.

siu/dpa

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  • Donnerstag, 17.06.2010 – 11:11 Uhr
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Chronik
Mixa soll vor mehr als 30 Jahren als Stadtpfarrer im oberbayerischen Schrobenhausen in einem Kinderheim Mädchen und Jungen geschlagen haben. Fünf ehemalige Heimkinder behaupteten in eidesstattlichen Erklärungen, Mixa habe sie als Stadtpfarrer von Schrobenhausen in den 70er und 80er Jahren mehrmals geschlagen. Das Bistum Augsburg dementierte die Vorwürfe und beteuerte, Mixa habe zu "keinem Zeitpunkt körperliche Gewalt gegen Kinder oder Jugendliche angewendet". Mixa weist die Vorwürfe zurück.






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