Feuerkatastrophe auf den Kanaren Deutscher Brandstifter zu Haftstrafe verurteilt

Ein Mensch kam ums Leben, das Feuer zerstörte Tausende Hektar Wald: Wegen eines Waldbrands auf der Urlaubsinsel La Palma ist nun ein Urteil gefallen. Ein Deutscher soll für mehrere Jahre ins Gefängnis.

Waldbrände auf La Palma (im August)
REUTERS

Waldbrände auf La Palma (im August)


Wegen eines verheerenden Waldbrands im August auf der Kanareninsel La Palma hat ein spanisches Gericht einen jungen Deutschen zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Der geständige 27-Jährige muss wegen Brandstiftung zudem mehrere betroffene Gemeinden und Privatpersonen sowie die Familie eines im Einsatz umgekommenen Forstmitarbeiters entschädigen. Das entschied das zuständige Landgericht in Santa Cruz de Tenerife.

Medienberichten zufolge werden allein die Ausgaben der Inselregierung für Brandbekämpfung, andere Notmaßnahmen und Wiederaufforstung auf mindestens 1,8 Millionen Euro geschätzt. Bei dem Brand waren Anfang August knapp 5000 Hektar Pinienwald vernichtet worden - eine Fläche, die derjenigen der Nordseeinsel Wangerooge entspricht.

Dem wohnungslosen Deutschen, der auf der Insel in einer Höhle lebte, wurde "grobe Fahrlässigkeit" zur Last gelegt. Polizisten hatten ihn kurz nach Ausbruch des Feuers auf einer Landstraße nahe dem Brandherd angetroffen und als Verdächtigen festgenommen.

Fotostrecke

8  Bilder
Großbrand auf La Palma: Verheerender Toilettengang

Der als "Aussteiger" bezeichnete junge Mann hatte nach seiner Festnahme und auch später vor Gericht eingeräumt, unweit des Naturparks Cumbre Vieja im Freien seine Notdurft verrichtet und das benutzte Toilettenpapier angezündet zu haben. Damit wollte er die Spuren verwischen, um nicht von den Behörden entdeckt zu werden. Die brennenden Fetzen verursachten auf dem ausgedörrten Boden rasch ein Feuer.

Der Großbrand hatte damals einen Großeinsatz auf der Urlaubsinsel ausgelöst. Hunderte Einsatzkräfte, darunter Soldaten, Feuerwehrmänner und Polizisten, kämpften tagelang gegen die Flammen an. Tausende Menschen, deren Häuser von den Flammen bedroht wurden, mussten vorsorglich in Sicherheit gebracht werden. Auch viele Touristen verbrachten schlaflose Nächte.

La Palma, die nordwestlichste der im Atlantik liegenden Kanarischen Inseln, wird jährlich von gut 130.000 Menschen besucht. Die Unesco hatte La Palma 2002 zum Biosphärenreservat erklärt.

mxw/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.