Menschenhandel: Betreiber von Flatrate-Bordellen müssen für Jahre ins Gefängnis

Sie machten sich des Menschenhandels und der Zuhälterei schuldig: Zwei Betreiber von Flatrate-Bordellen müssen für mehrere Jahre ins Gefängnis. Nach Überzeugung des Gerichts brachten sie junge Frauen aus Rumänien nach Deutschland, um sie sexuell auszubeuten.

Rumänische Prostituierte in einem "Pussy Club" (2009): Sexuelle Ausbeutung Zur Großansicht
REUTERS

Rumänische Prostituierte in einem "Pussy Club" (2009): Sexuelle Ausbeutung

Stuttgart - Wegen Menschenhandels und Zuhälterei in sogenannten Flatrate-Bordellen sind zwei Männer zu mehrjährigen Haftstraften verurteilt worden. Das Stuttgarter Landgericht schickte die Angeklagten am Donnerstag für acht Jahre und sechs Monate sowie für fünf Jahre und drei Monate ins Gefängnis.

Die Richter sahen es in ihrem Urteil als erwiesen an, dass die Angeklagten über Jahre hinweg junge Frauen aus Rumänien nach Deutschland gebracht hatten, um sie sexuell auszubeuten. Die Frauen mussten nach Überzeugung der Kammer im "Pussy Club" in Fellbach bei Stuttgart sowie in Bordellen in Berlin und anderen Städten als Prostituierte arbeiten.

Die beiden Angeklagten wurden auch wegen Vorenthaltens von Sozialversicherungsbeiträgen in Millionenhöhe schuldig gesprochen. Laut Staatsanwaltschaft gelten die beiden Männer als Köpfe der Menschenhändlerbande. Die Anklagebehörde hatte für die Männer Haftstrafen von jeweils rund zehn Jahren gefordert, die Verteidigung deutlich niedrigere Strafen. Seit Beginn des Prozesses vor einem Jahr wurden bereits sieben weitere Angeklagte zu Haftstrafen verurteilt.

Die Chefin der Flatrate-Bordelle war bereits 2010 zu drei Jahren Haft verurteilt worden, weil sie den Prostituierten ihren Lohn vorenthalten hatte. Die Ermittler gingen damals davon aus, dass sie nur die Strohfrau für eine Reihe von Hintermännern der "Pussy Club"-Kette war.

Freier konnten bei einem Besuch der Clubs je nach Tageszeit einen festen Preis zahlen und dann beliebig oft die Dienste der Prostituierten in Anspruch nehmen. Für Preise zwischen 70 und 100 Euro konnten sie Sex, Essen und Getränke ohne Limit bekommen. Kritiker sahen darin ein menschenunwürdiges Modell. Nach einer bundesweiten Razzia im Jahr 2009 mussten die Clubs in Heidelberg und Stuttgart wegen hygienischer Mängel schließen.

wit/ulz/dapd

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