Angriff auf Konzert Was über den Täter bekannt ist

Die Polizei hat die Identität des Schützen von Las Vegas bekannt gegeben: Demnach handelte es sich um den 64-jährigen Stephen Paddock. Er soll zahlreiche Waffen gehortet haben.

Polizisten am Anschlagsort in Las Vegas
AP

Polizisten am Anschlagsort in Las Vegas


Ein Einzeltäter, der Waffen hortete und laut FBI keinen extremistischen Hintergrund hat: Die Polizei hat Details zu dem Schützen von Las Vegas veröffentlicht. Demnach handelte es sich um Stephen Paddock. Der 64-Jährige soll aus der Gegend der Glücksspielmetropole stammen. Über seine Motive ist noch nichts bekannt.

Den Ermittlungen zufolge schoss er aus einem der oberen Stockwerke des Mandalay Bay Hotels auf Besucher eines Country-Konzerts. Mindestens 58 Menschen starben bei dem Angriff, mehr als 500 wurden verletzt. Die Polizei fand ihn im Hotel schließlich tot auf, er brachte sich demnach selbst um.

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Schon vergangenen Donnerstag, also knapp vier Tage vor der Tat, soll er im Mandalay Bay eingecheckt haben. Dorthin hatte er offenbar zehn Waffen mitgebracht. Bevor er auf die Menge schoss, habe Paddock mit einem hammerähnlichen Gegenstand das Fenster eingeschlagen, sagte Sheriff Joe Lombardo. Berichten zufolge lebte Paddock zuletzt in Mesquite im US-Bundesstaat Nevada. Die Stadt liegt etwa 130 Kilometer von Las Vegas entfernt.

Bei einer Razzia in Paddocks Wohnung fand die Polizei laut einem Sprecher nichts Verdächtiges. In der Wohnung, in der der Schütze gewohnt habe, seien mehrere Waffen gefunden worden, sonst aber keine Hinweise auf die Vorbereitung einer Straftat. Die Todesschüsse stehen "nicht in Zusammenhang mit einer international agierenden Terrororganisation", teilte das FBI mit.

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Las Vegas: Angriff auf das Country-Konzert

Inzwischen hat sich auch der Bruder des Schützen geäußert. "Wir sind völlig sprachlos", sagte Erick Paddock dem "Orlando Sentinel". "Wir können nicht begreifen, was da passiert ist." Erick Paddock, der in Florida lebt, sprach eigenen Angaben zufolge nach dem Tropensturm "Irma" zuletzt mit seinem Bruder.

Stephen Paddock sei der Eigentümer eines Anwesens im Ort Viera in Zentralflorida gewesen. Er habe es 2013 gekauft und 2015 für 235.000 Dollar verkauft. Ob er dort je gelebt habe, ist unklar.

Die Polizei suchte zunächst auch nach einer Frau, die in Zusammenhang mit dem Schützen stehen sollte. Nachdem Polizisten die 62-Jährige lokalisiert und mit ihr gesprochen hatten, erklärten sie, dass sie mit der Tat wahrscheinlich nichts zu tun gehabt habe. Die Frau habe sich im Ausland aufgehalten und war nicht an Paddocks Seite, als dieser im Hotel eincheckte, sagte Sheriff Lombardo. Paddock hätte aber einige ihrer Ausweispapiere benutzt. Laut der australischen Nachrichtenagentur AAP handelte es sich bei ihr um eine Australierin, die Paddocks Freundin gewesen sei.

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Laut Augenzeugenberichten fielen bei dem Angriff Hunderte Schüsse. Zahlreiche Menschen hätten blutüberströmt am Boden gelegen, sagte ein junger Mann dem Sender CNN. Er habe gegen 22 Uhr Ortszeit Schüsse gehört, erzählte ein anderer Konzertbesucher dem Sender NBC. "Dann rannte die Band von der Bühne", sagte er. "Alle rannten los, Leute wurden niedergetrampelt."

In den sozialen Netzwerken berichteten Augenzeugen, dass Menschen aus dem Hotel Mandalay Bay flohen. In einem auf Twitter verbreiteten Video vom Konzert ist das Feuer von automatischen Waffen zu hören, dann bricht die Band mitten im Song ab, Menschen verlassen in Panik das Gelände.

Mehr Informationen zum Angriff auf das Konzert finden Sie hier.

asa/vks/AP/Reuters/dpa



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