Freundin des Las-Vegas-Schützen "Ich habe auf eine ruhige Zukunft mit ihm gehofft"

Erstmals seit dem Massenmord in Las Vegas hat sich die Freundin des Täters geäußert. Über ihren Anwalt ließ sie mitteilen, nichts von den Anschlagsplänen gewusst zu haben.

Mandalay Bay Hotel in Las Vegas
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Mandalay Bay Hotel in Las Vegas


Die Freundin des Todesschützen von Las Vegas war eigenen Angaben zufolge nicht in die Anschlagspläne ihre Partners eingeweiht. Sie habe Stephen Paddock als fürsorglichen und gütigen Mann gekannt, sagte Marilou Danley laut einer Erklärung, die ihr Anwalt Matthew Lombard am Mittwoch vor Journalisten verlas. "Ich habe ihn geliebt und auf eine ruhige Zukunft mit ihm zusammen gehofft."

Die 62-jährige Danley war am Dienstagabend von einer Auslandsreise zurückgekehrt und wurde am Flughafen in Los Angeles von Beamten der US-Bundespolizei FBI abgeholt. Die Ermittler erhoffen sich von ihr Erkenntnisse über die möglichen Motive Paddocks. Er hatte am Sonntagabend mindestens 58 Besucher eines Country-Festivals erschossen und mehr als 500 weitere verletzt.

Seine Freundin hielt sich zum Zeitpunkt der Tat in den Philippinen auf. Danley stammt ursprünglich von dort, sie hat die australische Staatsbürgerschaft. Die Polizei bezeichnet sie als "Person von Interesse", das heißt, sie steht nicht im Verdacht, in die Planungen ihres Partners für den Anschlag eingeweiht oder gar daran beteiligt gewesen zu sein.

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Fotograf David Becker: Bilder des Massakers

In der Erklärung bekräftigte Danley, Paddock habe zu ihr nie etwas gesagt oder getan, das sie als "Warnung" habe verstehen können, "dass so etwas Schreckliches passieren würde". Vor zwei Wochen habe Paddock ein Flugticket für sie gebucht, um ihre Verwandten besuchen zu können. "Wie alle Philippiner im Ausland war ich begeistert, nach Hause zu fahren und meine Familie und Freunde zu sehen."

Während des Aufenthalts habe Paddock ihr Geld überwiesen, das sie zum Kauf eines Hauses für sich und ihre Familie verwenden sollte. Zu diesem Zeitpunkt habe sie begonnen, sich Sorgen zu machen, erklärte Danley. Sie habe zunächst befürchtet, dass Paddock sich von ihr habe trennen wollen. "Es ist mir nie in den Sinn gekommen, dass er eine Gewalttat gegen irgendjemanden plante."

Sie sei erschüttert über die Tat von Las Vegas, heißt es in Danleys Erklärung. Als Mutter und Großmutter fühle sie mit allen, die geliebte Menschen verloren hätten. Danley betonte, sie sei freiwillig nach Los Angeles zurückgeflogen und werde bei den Ermittlungen mit dem FBI kooperieren.

Video: Polizei veröffentlicht Bodycam-Aufnahmen

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Paddocks Bruder Eric sagte gegenüber US-Medien, das Paar hätte sich vor einigen Jahren in einem Casino in Reno im Bundesstaat Nevada kennengelernt, in dem Danley gearbeitet haben soll. "Er hat sie geliebt. Er war ganz vernarrt in sie", zitiert die "Washington Post" den Bruder. Stephen Paddock war leidenschaftlicher Glücksspieler, er soll häufig hohe Summen in Casinos gewonnen haben.

Die Ermittler in Las Vegas haben bisher keine Hinweise auf ein Motiv Paddocks. Am Mittwoch reiste US-Präsident Donald Trump mit seiner Ehefrau Melania in die Stadt, um sich mit Überlebenden des Massakers zu treffen. Er bedankte sich bei den Helfern und Einsatzkräften. Ärzten und Krankenpflegern bescheinigte er, einen "unglaublichen" Job geleistet zu haben.

Auf einer Pressekonferenz teilte die Polizei in Las Vegas mit, dass von den insgesamt 489 Verletzten, die in Krankenhäusern behandelt wurden, inzwischen 317 wieder nach Hause gehen konnten.

aar/AFP/dpa/AP



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pittakos 05.10.2017
1. Hasardeur
Glücksspieler,glücksspielsüchtige neigen zu extremen An und Einsichten in ihrer Scheinwelt,die oftmals mit der Realität nicht viel gemein hat.Es wäre möglich,dass dies dem Täter bewusst geworden ist,er sein Leben als völlig verfehlt erkannt hat,und sich entschlossen hat,seinen Namen weltweit bekannt zu machen und in den Geschichtsbüchern zu verewigen.Das ist ihm gelungen.
mwroer 05.10.2017
2.
Vielleicht erwartet der Spiegel von Ihnen als, ganz offensichtlich interessierten Verschwörungstheoretiker, dass Sie einfach gründlich lesen was der Spiegel so schreibt und ggf auf den einen oder anderen Link klicken - statt Ihnen nochmal alles in 10 Sätzen und Kindersprache zu servieren? Jede Ihrer Fragen wurde in den letzten 24 Stunden mindestens zweimal beantwortet. Oh ... und Sie sollten dringend einen Ohrenarzt aufsuchen.
donnied 05.10.2017
3. Bitte keine Verschwörungstheorien
Bevor Sie den Spiegel vorwerfen seine Arbeit nicht richtig zu machen, sollten Sie erstmal versuchen die offensichtlichsten Ursachen auszuschließen. Das was man ab 05:00 sieht, könnte von der Frequenz her ein Flackern sein, welches entsteht wenn eine LED Lichtquelle mit einer Digitalkamera aufgenommen wird. Ähnliches sieht man bei Youtube tausendfach, z.B. wenn Auto-LED Rückleuchten mit Handys aufgenommen werden.. Es kann auch ganz etwas anderes sein, aber es ist ziemlich sicher kein Gewehrfeuer. An dieser Stelle ist z.B. auch kein Fenster beschädigt, auch auf Aufnahmen kurz nach der Tat sind die Fenster an dieser Stelle des Hotels intakt.
cesimbra 05.10.2017
4.
Das Blitzen können Sie in vielen Videos in unterschiedlichen Etagen hinter unterschiedlichen Fenstern zu unterschiedlichen Zeitpunkten gelegentlich sehen, auch ohne Schussfolgen und als der Schütze schon tot war. etwa in Live-Reportagen nach dem Anschlag. Es sind die durch offene Türen fallenden Alarmlichter aus Fluren, auf denen während der Schießerei von Hotelgästen (abseits des Rauchmelder-Feuerarlarms in den Räumen des Mörders) durch Notrufknöpfe jeweils auf der auslösenden Etage Alarmlichter angeschaltet wurden. Wenn die Türen zwischen Raum und Hotelflur geöffnet sind, fallen diese im Flur drehenden Alarmlichter (wie Blaulicht der Feuerwehr) in die Zimmer, was auf Sie wie Mündungsfeuer wirkt. Mündungsfeuer wird durch "geeignete" Mündungsfeuerbremsen sehr schwer erkennbar.
walter_de_chepe 05.10.2017
5. Arme Frau
Die Frau tut mir leid. Sie hätte ein schönes Alter, nicht allein und in Wohlstand, haben können. Allein ihretwegen hätte er das nicht tun dürfen.
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