Las Vegas Mehr als 20 Tote bei Angriff auf Konzert

In Las Vegas sind bei einem Angriff auf ein Country-Konzert mehr als 20 Menschen getötet und mehr als hundert verletzt worden. Der mutmaßliche Angreifer ist tot, die Polizei sucht nach dessen Begleiterin.


In der US-Metropole Las Vegas sind bei einem Angriff auf ein Country-Konzert nach Polizeiangaben mehr als 20 Menschen erschossen worden. Mehr als 100 wurden verletzt.

Laut Sheriff Joseph Lombardo ist der Schütze tot. Es handele sich um einen Einzeltäter. Die Behörden veröffentlichten nicht den Namen des Mannes, teilten aber mit, dass er aus Las Vegas stamme.

Die Polizei sucht laut Lombardo nun nach dessen Begleiterin Marilou Danley. Die Frau sei vor dem Vorfall mit dem Verdächtigen gereist. Die Polizei bezeichnete Danley aber nicht als mögliche Komplizin, sondern teilte lediglich mit, sie solle befragt werden. Bei ihr handele es sich um eine "Person of Interest". Die Polizei veröffentlichte auf Twitter ein Foto von der Gesuchten.

Die Behörden gehen nicht von einem extremistischen Hintergrund aus. Der mutmaßliche Täter habe nach ersten Erkenntnissen keine Verbindungen zu militanten Gruppen gehabt, teilte die Polizei mit.

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Las Vegas: Angriff auf das Country-Konzert

Der Schütze feuerte von einem der oberen Stockwerke des Hotels Mandalay Bay Resort an der berühmten Casino-Meile aus auf Besucher eines Konzerts. Er sei in dem Hotel gestellt und getötet worden. Unter den Verletzten seien auch ein diensthabendet Polizist, er befinde sich in "kritischem, aber stabilem" Zustand.

Die Polizei hatte die Menschen über Twitter dazu aufgerufen, die Gegend nahe der Casino-Meile und dem Flughafen zu meiden. Sie hat das Gelände am Las Vegas Strip weiträumig abgesperrt. Die Behörde bittet darum, dass Augenzeugen keine Informationen per Twitter weitergeben sollen, um den Einsatz nicht zu behindern.

Karte: Mapbox, Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL)

In den sozialen Netzwerken berichteten Augenzeugen, dass Menschen aus dem Hotel Mandalay Bay flohen. In einem auf Twitter verbreiteten Video vom Konzert ist das Feuer von automatischen Waffen zu hören, dann bricht die Band mitten im Song ab, Menschen verlassen in Panik das Gelände.

Laut Augenzeugenberichten fielen Hunderte Schüsse. Zahlreiche Menschen hätten blutüberströmt am Boden gelegen, sagte ein junger Mann dem Sender CNN. Er habe gegen 22 Uhr Ortszeit Schüsse gehört, erzählte ein anderer Konzertbesucher dem Sender NBC. "Dann rannte die Band von der Bühne", sagte er. "Alle rannten los, Leute wurden niedergetrampelt."

Sie habe 20 Minuten lang Schüsse aus automatischen Waffen gehört, sagte eine Schweizer Touristin dem Portal "20 Minuten".

"Die Polizei wies uns an, im Zimmer zu bleiben, die Schuhe anzuziehen und die Türen abzuschließen", sagte sie. Über dem Hotel kreisten Hubschrauber, auf den Gängen standen Polizisten. Die Gäste hätten sich für eine mögliche Evakuierung bereithalten müssen, bis dahin "müssen wir still im Hotelzimmer im Dunkeln auf dem Boden sitzen."

Die tödlichen Schüsse fielen während eines Auftritts von Countrysänger Jason Aldean gefallen. Er und seine Band flüchteten von der Bühne und blieben unversehrt, wie Aldean selbst wenige Stunden nach dem Blutbad mitteilte.

"Heute Nacht war mehr als schrecklich", schrieb der Künstler. "Mir fehlen immer noch die Worte, aber ich wollte euch wissen lassen, dass ich und meine Crew in Sicherheit sind. Meine Gedanken und Gebete gelten allen, die heute betroffen wurden." Es schmerze ihn zutiefst, fuhr der Sänger fort, dass dies Menschen zugestoßen sei, "die gekommen sind, um Freude zu haben". Es hätte, so Aldean, "eine Nacht mit Spaß sein sollen".

Aldeans Auftritt war der Höhepunkt eines überaus populären dreitägigen Country-Music-Festivals. Medienberichten zufolge waren zum Zeitpunkt der Schüsse 30.000 Konzertbesucher anwesend.

Das Mandalay Bay Resort veröffentlichte eine Stellungnahme auf Twitter. "Unsere Gedanken und Gebete sind bei den Opfern des tragischen Vorfalls der letzten Nacht", heißt es dort. Die Verantwortlichen des Hotels dankten ferner den Helfern vor Ort.

asa/AP/dpa/Reuters



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