Attentäter Stephen Paddock Polizei findet kein Motiv für Massaker von Las Vegas

Vor zehn Monaten eröffnet ein Mann aus seinem Hotelzimmer in Las Vegas das Feuer auf Besucher eines Musikfestivals und tötet 58 Menschen. Der Abschlussbericht der Polizei lässt viele Fragen offen.

Hotel Mandalay Bay Resort in Las Vegas
DPA

Hotel Mandalay Bay Resort in Las Vegas


Auch zehn Monate nach dem Massaker von Las Vegas mit 58 Toten hat die Polizei kein Motiv für die Tat. Nach dem Abschluss der Ermittlungen könne man bislang nur Vermutungen zu den Beweggründen von Stephen Paddock anstellen, sagte Sheriff Joe Lombardo am Freitag in Las Vegas.

"Was wir beantworten konnten, sind die Fragen nach dem Wer, Was, Wann, Wo und Wie", erklärte der Ermittler. "Was wir nicht endgültig beantworten konnten, ist, warum Stephen Paddock diese Tat begangen hat."

Der 64 Jahre alte Paddock hatte am 1. Oktober von seinem hoch gelegenen Hotelzimmer aus das Feuer auf ein Musikfestival mit 20.000 Besuchern eröffnet. Er erschoss 58 Menschen und verletzte mehr als 800. Abschließend tötete er sich laut Polizei selbst. Bei der Tat handelte es sich umden schlimmsten Massenmord in der jüngeren Geschichte der USA.

Täter hatte eine Menge Geld verloren

Lombardo sagte, Paddock sei ein "unauffälliger Mann" gewesen, der Auffälligkeiten gezeigt habe. Das habe eine Befragung seines Arztes ergeben. Es habe aber keine Warnzeichen gegeben, die zu einer Ermittlung der Sicherheitsbehörden hätte führen können. Der Täter habe im Jahr vor dem Verbrechen eine Menge Geld verloren.

Paddock hatte nach Darstellung der Ermittler mit Immobilien ein Millionenvermögen gemacht und regelmäßig in Spielcasinos gezockt.

Vor der Tat recherchierte er laut Polizei über Monate und untersuchte dabei auch Taktiken der Polizei in Las Vegas. Außerdem hatte er vor dem Festival in der Spielerstadt andere Orte ins Visier genommen und sich etwa erkundigt, wie voll der Strand von Santa Monica zu bestimmten Zeiten ist.

Der Sheriff erklärte, dass es keine Hinweise auf einen zweiten Täter gebe. Er erwarte auch nicht, dass es in dem Fall noch zu Festnahmen kommen werde.

Lombardo zeigte sich während der Pressekonferenz immer wieder ergriffen. Auf die Frage eines Journalisten, ob es sich dabei um einen Akt von Terrorismus handele, sagte der Polizist, er persönlich sehe das so, auch wenn es nach den Definitionen des FBI kein Terrorismus sei.

lie/dpa



insgesamt 4 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
maveman 03.08.2018
1. Ist die Überschrift nicht falsch?
Ich glaub hier hat jemand Los Angeles und Las Vegas verwechselt, im Artikel stehts ja auch richtig.. - - - - - Dankeschön, wir haben es korrigiert. MfG Redaktion Forum
TS_Alien 03.08.2018
2.
Das Motiv kann einem doch egal sein. Es ändert nichts an der Tat. Wer im Spielcasino regelmäßig zockt, kann nicht normal sein. Selbst wenn man manchmal gewinnt, vergeudet man immer Zeit.
Fuxx81 04.08.2018
3. Amoklauf
---Zitat--- Auf die Frage eines Journalisten, ob es sich dabei um einen Akt von Terrorismus handele, sagte der Polizist, er persönlich sehe das so, auch wenn es nach den Definitionen des FBI kein Terrorismus sei. ---Zitatende--- Auch wenn es heute in Mode ist, alles mögliche als Terrorismus zu bezeichnen, fehlt hier das politische bzw. ideologische Ziel. Es war ein typischer Amoklauf. Die Gründe dafür sind vermutlich wie so oft vielschichtig und nicht an einer bestimmten Ursache festzumachen.
der_mitdenker 04.08.2018
4. Die Intentionen von Paddock liegen auf der Hand.
Die Intentionen von Paddock liegen auf der Hand, jedoch will sie keiner sehen. Der Mann hat mit seiner Tat jedes Argument der pro-gun-lobby widerlegt, ich bin der Meinung dass er ein Anti-Waffen-Aktivist war. Ein reicher, alter, weißer Mann. Ohne Vorstrafen, ohne offensichtlichen psychischen Erkrankungen, kein Moslem, keiner Minderheit angehörig greift aus einem Hotelfenster ein Country-Festival (vorwiegend konservatives Publikum) in der Stadt mit einer der höchsten Security-Dichte an. Er hortet über Wochen MASSENWEISE legal erworbene Waffen mit legalen Modifikationen, Munition und Sprengstoff. Keiner kommt dabei an ihn ran, kein viel beschworener “good guy with a gun“ kann ihn stoppen. Wenn das nicht die Tat einer Person ist, der damit zeigen wollte was in den USA legal möglich ist, dann weiß ich auch nicht. Im Ergebnis aber wurde am Ende nur über “Hotelsicherheit“ geredet. Unglaublich ist eine Untertreibung hierfür.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.