Las-Vegas-Schütze Paddock war zwanghafter Zocker und nahm offenbar Valium

Stundenlang saß er an Spielautomaten, nahm Beruhigungsmittel gegen Angstzustände: Ein Gerichtsdokument aus dem Jahr 2013 liefert einem Medienbericht zufolge neue Erkenntnisse über den Attentäter von Las Vegas.

Das MGM-Hotelkasino in Las Vegas gedenkt der Opfer des Attentats
AFP

Das MGM-Hotelkasino in Las Vegas gedenkt der Opfer des Attentats


Neue Details von dem Mann, der am 1. Oktober in Las Vegas 58 Menschen getötet und Hunderte weitere verletzt hat: Einem Bericht des US-Fernsehsenders CNN zufolge soll Stephen Paddock ein zwanghafter Spielautomaten-Zocker gewesen sein. Außerdem soll er das Beruhigungsmittel Valium gegen Angstzustände genommen haben, heißt es unter Berufung auf ein Gerichtsdokument aus dem Jahr 2013. Darin bezeichnete sich Paddock selbst als "größten Videopoker-Spieler der Welt". Videopoker wird an Spielautomaten beispielsweise in Kasinos gespielt.

Paddock war 2011 in einem Hotel ausgerutscht und verklagte das Hotel später. In einem 97-seitigen Dokument für das Verfahren machte er zahlreiche Angaben über sich selbst. Das Dokument, aus dem CNN nun zitierte, wurde an die US-Bundespolizei FBI übergeben.

"Niemand hat so viel und so lange gespielt wie ich", erklärte Paddock demnach. So habe er im Jahr 2006 "14 Stunden am Tag gespielt, 365 Tage im Jahr". Er pokere die ganze Nacht und schlafe tagsüber.

In manchen Nächten habe er insgesamt um eine Million Dollar gespielt. Für ihn sei das nicht viel Geld. Trotz seines Wohlstands habe er seine eigenen Getränke in die Spielautomatensäle der Kasinos mitgenommen - um den Kellnerinnen kein Trinkgeld geben zu müssen.

Die "New York Times" hatte am Wochenende bereits über Paddocks Spielsucht berichtet. "Er verbrachte so viel Zeit in Kasinos, dass er in den Nachbarschaften meist ein Geist war", schrieb das Blatt. In einigen Kasinos im US-Bundesstaat Nevada soll er 100.000 Dollar Kredit gehabt haben.

Valium gegen Angstzustände

Paddock ließ sich demnach auch Valium gegen Angstzustände verschreiben. Seinen eigenen Angaben zufolge litt er aber nicht unter psychischen Problemen, hatte keine Suchtprobleme und war nicht vorbestraft.

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Rätsel um Stephen Paddock: Zahlenmensch und Zocker

Der 64-Jährige hatte am 1. Oktober in Las Vegas vom 32. Stock eines Hotels aus auf Konzertbesucher geschossen und dabei 58 Menschen getötet sowie Hunderte weitere verletzt. Der Schütze tötete sich schließlich selbst. Sein Motiv ist nach wie vor unklar.

mkl/AFP

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