Fall Luka Magnotta Kanadischer Lehrer soll Schülern Mord-Video gezeigt haben

Polizisten nannten den Film brutal und verstörend - dennoch soll ein kanadischer Lehrer seinen Schülern ein Video gezeigt haben, in dem der mutmaßliche Mörder Luka Magnotta angeblich einen Studenten tötet, zerstückelt und isst. Der Pädagoge wurde suspendiert.

Kanadier Luka Magnotta: Lehrer soll ein Mord-Video im Unterricht gezeigt haben
DPA/ Interpol

Kanadier Luka Magnotta: Lehrer soll ein Mord-Video im Unterricht gezeigt haben


Hamburg/Montreal - Ein Lehrer an einer Schule in Montreal hat nach Angaben kanadischer Medien in seiner Klasse ein Video abgespielt, das den mutmaßlichen Mord an einem chinesischen Studenten zeigt. Der Pädagoge wurde vom Dienst suspendiert. Laut Polizeiangaben ist in dem Film zu sehen, wie ein Mann getötet und zerteilt wird. Der Pornodarsteller Luka Magnotta steht in dem Fall unter Mordverdacht.

Der Geschichts- und Sozialkundelehrer habe die Schüler einer 11. Klasse an der weiterführenden Schule Cavelier-De LaSalle per Handzeichen abstimmen lassen, ob sie das Video sehen wollten, berichten die kanadische Zeitung "National Post" und der Fernsehsenders "CBC News Montreal". Anschließend sei über den Film diskutiert worden.

Die Schulleitung erfuhr erst heute, einige Tage nach der Unterrichtseinheit, von der Aktion und ließ den Lehrer umgehend suspendieren. Nach Angaben der Tageszeitung "The Globe and Mail" war der Pädagoge nur als Aushilfe an der Schule eingesetzt.

Die Schulleitung und die verantwortliche Behörde verurteilten nach Angaben der Medien das Zeigen des Videos scharf. Eine Mitarbeiterin der Schulbehörde nannte das Verhalten des Lehrers "unangebracht und anstößig".

Seit Wochen versetzt der Fall Luka Magnotta die kanadische Öffentlichkeit in Aufruhr. Die Polizei hatte den Mann festgenommen, nachdem an verschiedenen Orten Postpakete mit Leichenteilen aufgetaucht waren. Im Hinterhof von Magnottas Wohnung war die Polizei auf einen Koffer gestoßen, der den Torso eines Mannes enthielt.

Daraufhin war Magnotta, der zeitweise als Pornodarsteller und Prostituierter gearbeitet hatte, zur Fahndung ausgeschrieben worden. Er war vor zehn Tagen in einem Internetcafé in Berlin Neukölln festgenommen worden und wartet derzeit auf seine Auslieferung.

Das Video war im Internet aufgetaucht, bevor der Tod des chinesischen Studenten der kanadischen Polizei bekannt war. Darin ist angeblich auch zu sehen, wie Magnotta Teile des Opfers isst. Inzwischen erklärte die Polizei den Film für authentisch.

usp/AP



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