Erfundene Vergewaltigung BGH bestätigt Haftstrafe für Lehrerin Heidi K.

Fünf Jahre saß der Lehrer Horst Arnold im Gefängnis, weil Heidi K. ihn fälschlicherweise der Vergewaltigung beschuldigt hatte. Nun bestätigte der BGH das Urteil gegen die Lügnerin: Heidi K. muss für fünfeinhalb Jahre in Haft.

Heidi K. vor Gericht: Zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt
DPA

Heidi K. vor Gericht: Zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt


Karlsruhe - Der Bundesgerichtshof (BGH) hat einen Schlussstrich unter einen der größten deutschen Justizirrtümer gezogen: Nach ihren falschen Vergewaltigungsvorwürfen ist eine zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilte Lehrerin mit ihrer Revision beim höchsten deutschen Strafgericht in Karlsruhe gescheitert. Der BGH verwarf die Einwände der Frau gegen ihre Verurteilung als unbegründet (Aktenzeichen: 2 StR 62/14). Das Urteil gegen sie ist somit rechtskräftig.

Das Landgericht Darmstadt hatte die Frau 2012 verurteilt, nachdem sie den früheren Lehrerkollegen Horst Arnold mit falschen Vorwürfen für fünf Jahre ins Gefängnis gebracht hatte. Sie hatte damals vor Gericht beteuert, der Kollege habe sie 2001 in einer Schule in Reichelsheim im Odenwald vergewaltigt. Arnold wurde schuldig gesprochen und zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt.

Der Fall wurde erst wieder aufgerollt, nachdem Arnold seine gesamte Haftstrafe abgesessen hatte. Das Landgericht Kassel sprach ihn im Wiederaufnahmeverfahren im Jahr 2011 frei. Die Vorwürfe der Frau seien "von vorn bis hinten" erfunden, urteilten die Richter. Im Februar 2012 bestätigte der Bundesgerichtshof den Freispruch, der damit rechtskräftig wurde.

Für Arnold jedoch war es zu spät. Wenige Monate nach dem Freispruch starb er an Herzversagen im Alter von nur 53 Jahren.

vet/dpa/AFP

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