Leichenfund Italienische Ermittler rätseln über Skelettpuzzle

Seltsamer Zufallsfund in Rom: Die Polizei ist auf ein Skelett gestoßen, das aus den Knochen von fünf verschiedenen Menschen besteht. Experten staunen über die Entdeckung - und wittern ein Verbrechen?


Rom - Die Geschichte mutet an wie aus einem Gruselfilm: Auf der Suche nach einem vor Jahren verschwundenen Mann hat die italienische Polizei ein Skelett mit Knochen von fünf verschiedenen Menschen entdeckt. Wie der Mailänder "Corriere della Sera" am Dienstag berichtet, hatten die Ermittler auf der Suche nach dem vermissten Rentner Libero Ricci im Sommer 2007 nach einem Brand im Süden Roms ein menschliches Skelett entdeckt - nicht weit von der Wohnung des 2003 spurlos verschwundenen Mannes.

Die Gebeine schienen bei der Entdeckung alle an ihrem Platz. Ein Schlüsselbund in der knöchernen Hand gehörte dem Verschwundenen, wie sich später herausstellte. Die an der römischen Universität La Sapienza angeordnete Laboruntersuchung schien reine Routine. Umso größer ist das Erstaunen bei der Bekanntgabe des Ergebnisses.

Wie Professor Luigi Cipolloni vom Institut der Gerichtsmedizin jetzt mitteilte, konnten die Wissenschaftler zwar DNA nachweisen - aber bisher nur die von drei Frauen und zwei Männern zwischen 30 und 50 Jahren. Von der DNA Libero Riccis gebe es bei den bisher identifizierten Knochen dagegen keine Spur.

"Das ist die verrückteste Geschichte, die mir in meinem Berufsleben jemals passiert ist - eine Geschichte wie aus einem Horrorfilm", kommentierte Federica Sciacarelli am Dienstag. Sie ist Moderatorin von "Chi l'ha visto?" (Wer hat ihn gesehen?), einer Art italienischen Version von "Aktenzeichen XY... ungelöst".

Sciacarelli hatte sich im Fernsehen bereits vor Jahren mit dem Fall Libero Ricci befasst und kann nun mit einer makabren Neuauflage rechnen, während die italienische Presse über einen Serienmörder oder Kannibalen spekuliert.

jjc/dpa



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