Leinfelden-Echterdingen Freier soll Prostituierte erstochen haben

Der gewaltsame Tod zweier Menschen in der Nähe eines Bordells steht offenbar vor der Aufklärung: Eine 25-jährige Prostituierte soll von einem etwa doppelt so alten Mann erstochen worden sein.

Ermittler am Tatort
DPA

Ermittler am Tatort


Ermittler in Baden-Württemberg haben nach einem Gewaltverbrechen in der Nähe von Stuttgart die Identität der beiden Toten geklärt. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft Stuttgart mitteilten, handelt es sich bei dem Opfer um eine 25 Jahre alte Frau, die in dem Bordell in Leinfelden-Echterdingen als Prostituierte beschäftigt war.

Der mutmaßliche Angreifer ist ein 53-jähriger Mann aus Bad Mergentheim. Nach ersten Ermittlungen der Polizei war er offenbar Kunde der Frau. Ob die beiden vor der Tat zusammen in dem Bordell waren, konnte die Polizei noch nicht klären.

"Nach ersten Zeugenhinweisen könnte das Motiv für die Tat im persönlichen Bereich liegen", sagte ein Polizeisprecher. Anzeichen dafür, dass weitere Personen an der Tat beteiligt waren, gebe es derzeit nicht. Auch ein Bezug zur Rotlicht- oder Rockerszene sei nicht erkennbar.

Die Frau war den bisherigen Erkenntnissen zufolge am Sonntagnachmittag von dem Mann in der Nähe eines Bordells auf der Straße mit einem Messer attackiert und am Hals tödlich verletzt worden. Anschließend fügte sich der Mann selbst tödliche Schnittverletzungen am Arm und am Hals zu.

"Die Leichen wiesen zahlreiche Schnittverletzungen auf"

Die Ermittler prüfen das Motiv und die Hintergründe der Tat. "Die Kriminaltechnik ist nun dabei, die Spuren vom Tatort auszuwerten", sagte ein Polizeisprecher. Unter anderem werde das Auto des Angreifers untersucht. Dieses war in der Nähe des Tatorts gefunden worden.

Nach Angaben von Zeugen war die Frau aus Richtung des Bordells gekommen und von dem Mann verfolgt worden. Die Beamten hatten bereits am Sonntag weder eine Beziehungs- noch eine Milieutat ausgeschlossen.

Der Notruf war um kurz nach 16 Uhr eingegangen, doch die Unter anderem werde das Auto des Angreifers untersucht. Dieses war in der Nähe des Tatorts gefunden worden. Einsatzkräfte konnten das Leben der beiden nicht mehr retten. "Die Leichen wiesen zahlreiche Schnittverletzungen auf", sagte ein Polizeisprecher.

Das Bordell ist etwa 50 Meter vom Tatort entfernt. An den Fenstern des mehrstöckigen Hauses waren am Abend Frauen zu sehen, die die Arbeit der Spurensicherung beobachteten. Ob eine von ihnen die Tat gesehen und die Polizei alarmiert hatte, wurde zunächst nicht bekannt.

mxw/dpa



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