Liberalisierung Singapur legalisiert Sexpraktiken

Bisher sind den Singapurern im Bett enge Grenzen gesetzt: Oral- und Analsex sind in dem Stadtstaat gesetzeswidrig. Nun soll das Strafrecht liberalisiert werden - allerdings nicht für jeden.


Singapur - "Wir planen, den entsprechenden Paragrafen abzuschaffen und das Gesetz dahingehend zu verändern, dass Anal- und Oralsex, sofern sie von zwei Erwachsenen, die älter als 16 Jahre sind, und im Privaten vollzogen werden, nicht länger als kriminell gelten", heißt es in dem Dokument, das jetzt vom Innenministerium des Stadtstaates veröffentlicht worden ist. Bislang stellt der betreffende Paragraf alle sexuellen Handlungen unter Strafe, die "wider die Natur" sind. Gestattet ist demnach nur Vaginalverkehr.

Über eine Legalisierung des Verkehrs zwischen Homosexuellen enthält das Papier keine Informationen. "Homosexualität ist in Singapur weder akzeptiert noch wird sie toleriert", zitiert die regierungsnahe Zeitung "Straits Times" einen nicht namentlich genannten Informanten aus dem Innenministerium.

In Singapur können Männer, denen nachgewiesen werden kann, dass sie einen "unanständigen" Akt mit einem anderen Mann begangen haben, für bis zu zwei Jahre inhaftiert werden. Nichtsdestotrotz ist die Stadt für ihre lebendige Schwulenszene bekannt.

han/Reuters



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