Mord aus Fremdenhass Obdachlose erhalten lange Haftstrafen

Zwei Männer traten in einer Limburger Unterkunft einen Flüchtling zu Tode. Im Prozess sprach die Richterin von einer "verachtenswerten Tat" - und hat ein hartes Urteil gefällt.


Weil sie aus Fremdenhass einen Afrikaner ermordet haben, sind zwei Männer in Limburg zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Die Vorsitzende Richterin der Strafkammer am Landgericht sprach von einer "verachtenswerten Tat". Die obdachlosen Täter hatten im Oktober 2014 in einer städtischen Unterkunft einen Flüchtling aus Ruanda geschlagen und getreten. Das Opfer starb an inneren Blutungen.

Ein 43-jähriger Angeklagter wurde zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Er entging einer lebenslangen Haftstrafe nur deshalb, weil er bei der Tat betrunken und daher nicht voll schuldfähig war. Sein 22-jähriger Mittäter wurde zu zehn Jahren Haft verurteilt und in eine Entziehungsklinik eingewiesen. Ein dritter mutmaßlicher Schläger hatte sich im Gefängnis das Leben genommen.

Die Angeklagten hätten zwar zu keiner rechtsradikalen Gruppe gehört, sagte die Richterin. Sie hätten aber ständig fremdenfeindliche Reden gehalten und damit geprahlt, Ausländer geschlagen zu haben. Weil sie selbst in der Gesellschaft weit unten standen, suchten sie sich laut Richterin ein vermeintlich noch tieferstehendes Opfer.

sms/dpa



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