Anschlag auf jüdisches Altersheim: Ankläger vermuten Täter im linksextremen Milieu
"Tupamaros München" und "Aktion Südfront München": Laut Bundesanwaltschaft sind Anhänger der linksextremen Gruppen für einen Anschlag auf ein jüdisches Altersheim vor mehr als 40 Jahren verantwortlich. Die Behörde ermittelt seit August in dem Fall.
München/Karlsruhe - Erst vor wenigen Wochen waren die Ermittlungen wegen eines Brandanschlags auf ein jüdisches Altersheim in München im Jahr 1970 in Fahrt gekommen - nun gibt es erste Hinweise auf die Verantwortlichen. Laut Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft kamen die Täter aus dem Kreis der militanten Vereinigungen "Tupamaros München" und "Aktion Südfront München", die dem linksextremen Spektrum zugeordnet werden.
Bislang unbekannte Täter hatten am 13. Februar 1970 in dem Gebäude der jüdischen Gemeinde in der Münchner Reichenbachstraße Feuer gelegt. Bei dem Brand waren sieben Bewohner gestorben. Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft gingen verschiedenen Spuren nach, darunter auch in rechts- und linksradikale Milieus. Ein konkreter Verdacht ergab sich allerdings nicht.
Die Münchner Staatsanwaltschaft hatte ihre Akten Ende vergangenen Monats an die Bundesanwaltschaft übergeben. Vermutlich habe sich der Brandanschlag auf das Gemeindehaus gegen die Bewohner als Teil der jüdischen Bevölkerung insgesamt gerichtet, hieß es. Vor diesem Hintergrund habe man die Ermittlungen von der Staatsanwaltschaft München übernommen.
In dem Zusammenhang war auch ein neuer Zeuge aufgetaucht, der vormals dem linksextremen Milieu angehörte. Entscheidende Asservate, die heute mittels DNA-Analyse Erkenntnisse liefern könnten, wurden allerdings bereits vor 20 Jahren entsorgt.
vks/dpa
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