Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Jagd auf bekannten Löwen: Cecils qualvoller Tod

Cecil war eine große Touristenattraktion in Simbabwes Hwange-Nationalpark - bis der Löwe mit einer Armbrust gejagt und schließlich getötet wurde. Ein Zahnarzt aus den USA soll dafür 50.000 Dollar gezahlt haben.

Cecils qualvoller Tod entsetzt viele Menschen in Simbabwe. Der 13-jährige Löwe mit seiner charakteristischen schwarzen Mähne war bei den Besuchern des Hwange-Nationalparks sehr beliebt. Wie nun bekannt wurde, entdeckten Wildhüter seinen Kadaver bereits Anfang Juli auf dem Gelände einer Farm außerhalb des Parks.

Das Fell war abgezogen, der Kopf fehlte. Eindeutig identifizieren konnten die Behörden Cecil anhand seines GPS-Halsbands. Wilderer hatten vergeblich versucht, es zu zerstören.

Eine Tier- und Naturschutzorganisation macht einen reichen US-Jäger für den Tod des bekannten Löwen verantwortlich. Walter P., ein Zahnarzt aus dem US-Bundesstaat Minnesota, habe auf der Suche nach einer lohnenden Trophäe 50.000 Dollar an Theo B., einen Organisator von Safaris, gezahlt - um einen Löwen mit einer Armbrust töten zu können. Das teilte die Zimbabwe Conservation Task Force (ZCTF) mit, nach deren Angaben das Tier erst nach 40-stündiger Jagd von den beiden Männern erschossen wurde.

B. und der Besitzer der Farm, auf dessen Gelände Cecils Kadaver entdeckt wurde, müssen sich nun vor einem Gericht der Grenzstadt Victoria Falls wegen Wilderei verantworten. In der Ankündigung des Gerichts bleibt der US-Jäger unerwähnt. Doch Simbabwes Polizei bestätigte auf einer Pressekonferenz, in dem Fall auch gegen P. zu ermitteln. "Wir haben zwei Leute verhaftet, nun suchen wir auch nach ihm", sagte Polizeisprecherin Charity Charamba.

Verletzt auf der Flucht

Laut ZCTF hatten US-Jäger P. und Safari-Organisator B. den Löwen mithilfe eines an ihrem Wagen befestigten toten Tiers nachts aus dem Nationalpark gelockt - und zunächst vergeblich versucht, ihn mit einer Armbrust zu erlegen. Cecil wurde demnach verletzt, konnte zunächst offenbar fliehen. Doch seine Verfolger hetzten das Tier rund 40 Stunden lang, spürten es schließlich wieder auf und erschossen es.

In einer Stellungnahme, die laut britischem "Guardian" von einem Sprecher des US-Großwildjägers stammt, heißt es: P. habe legal eine Lizenz erworben und mehrere professionelle Begleiter angeheuert. Er könne also die Person sein, die den Löwen erschossen hat. Den Ermittlern zufolge war die Jagd aber illegal.

Die Tier - und Naturschutzaktivisten fürchten nun, dass Cecils Junge aus dem Rudel verstoßen oder von seinem Nachfolger Jericho getötet werden.

wit/AFP/AP/Reuters

Diesen Artikel...

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: