Korruptionsverdacht in London "Mrs A" soll 18 Millionen Euro im Nobelkaufhaus Harrods ausgegeben haben

Juwelen, Wein, Luxusgüter: Eine 55-Jährige kaufte offenbar für etliche Millionen bei Harrods in London ein. Jetzt wollen britische Ermittler wissen, woher das Geld kommt. Sie haben auch schon einen Verdacht.

Zamira H.
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Zamira H.


Eine Frau, die Millionen in einem Londoner Nobelkaufhaus ausgegeben hat, ist in das Visier britischer Ermittler geraten. Von 2006 bis 2016 soll die 55-Jährige demnach umgerechnet 18 Millionen Euro bei Harrods ausgegeben haben. Ein Gericht ordnete nun an, dass Zamira H. erklären solle, woher das Geld komme.

Es ist das erste Mal, dass die britischen Behörden ein neues Gesetz zur Bekämpfung von Korruption anwenden. Es erlaubt den Ermittlern, Vermögen zu beschlagnahmen, das möglicherweise mit Geld aus Korruption oder Organisierter Kriminalität erworben wurde. London gilt als beliebtes Ziel derartiger Investitionen.

Zamira H.s Ehemann ist bereits in Haft. Der ehemalige hochrangige aserbaidschanische Banker war 2016 wegen Korruption und Veruntreuung zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt worden.

In Aussagen vor Gericht wurde Zamira H. bisher immer als "Mrs A." bezeichnet. Eine Gerichtsentscheidung, die ihr Anonymität zusicherte, wurde jedoch inzwischen aufgehoben.

Kaufhaus Harrods in London
REUTERS

Kaufhaus Harrods in London

Vor Gericht sprach ein Vertreter der britischen Ermittlungsbehörde gegen Organisierte Kriminalität (National Crime Agency) über das Einkaufsverhalten der 55-Jährigen. Sie habe 35 Kreditkarten genutzt, ausgestellt von der Bank ihres Mannes. Sie habe bei Harrods 16 Millionen Pfund in zehn Jahren ausgegeben.

In dem Kaufhaus soll sie laut britischen Medienberichten zwei eigene Parkplätze gehabt haben. An einem Tag kaufte sie den Ermittlern zufolge Schmuck von Cartier im Wert von 100.000 Pfund, Luxusgüter der Firma Boucheron für 150.000 Pfund und Wein für 1800 Pfund. Die "verschwenderischen Ausgaben" sind aus Sicht der Ermittler ein Zeichen dafür, dass es sich um Geld aus illegalen Quellen handle.

Zamira H. wies die Vorwürfe zurück. Ihre Anwälte betonten, die Ermittlungen seien Teil einer "Untersuchung und nicht eines Strafverfahrens".

jpz/AP

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