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27. April 2012, 15:43 Uhr

Sprengstoff-Alarm in Londons Stadtzentrum

Polizei nimmt Verdächtigen fest

Stundenlang herrschte in der Londoner Einkaufsstraße Tottenham Court Road Alarm: Ein Mann hatte sich in einem Geschäftshaus verbarrikadiert und Möbel aus einem Fenster geworfen. Er soll gedroht haben, sich in die Luft zu sprengen. Nun hat die Polizei den Verdächtigen gefasst.

London - Eine der belebtesten Einkaufsstraßen in der Innenstadt von London musste eines Zwischenfalls zum Teil evakuiert werden. In einem Geschäftshaus an der Tottenham Court Road hatte sich am Mittag ein Mann verbarrikadiert. Er warf unter anderem Möbel, Computerbildschirme und Papier aus einem Fenster des fünften Stocks.

Am Nachmittag nahm die Polizei den Mann fest. Unklar ist noch, ob er bewaffnet war und Geiseln genommen hatte. Das Gebäude, in dem er sich verbarrikadiert hatte, wurde durchsucht. Bei dem Festgenommenen handelt es sich laut Polizei um einen 49-Jährigen.

"Wir hatten Angst, dass er Sprengstoff oder entzündliche Flüssigkeiten bei sich hat", sagte ein Polizeisprecher. Nahegelegene Gebäude waren daher evakuiert und die Gegend weiträumig abgesperrt worden. Hunderte Menschen mussten Wohnungen und Büros verlassen. Sie wurden aus einem Korridor von rund 300 Metern rund um das Geschäftshaus gebracht. Auf einem Hausdach ging ein Scharfschütze der Polizei in Stellung. Busse wurden umgeleitet und zwei U-Bahnhöfe gesperrt. Die Gegend um die Tottenham Court Road gilt als eines der belebtesten Einkaufs- und Ausgeh-Viertel, auch für Touristen.

Augenzeugen berichteten der Nachrichtenagentur PA, der Mann habe einen Gaskanister und einen Flammenwerfer bei sich getragen. Eine Augenzeugin sagte, ein verwirrt wirkender Mann sei in ihr Büro gekommen und habe gedroht, sich in die Luft zu sprengen. Laut "Huffington Post" sagte eine 27-jährige Frau, der Mann habe Benzinbehälter an seinem Körper getragen. "Er sagte, ihm sei sein eigenes Leben egal, ihm sei alles egal, er werde alle in die Luft sprengen."

Die Bewohner des betroffenen Hauses hätten alle sicher das Gebäude verlassen können. Erste Berichte von Augenzeugen, dass der Mann Geiseln genommen habe, bestätigten sich laut Polizei bislang nicht. Nach Angaben eines Polizeisprechers wird der Zwischenfall in der Innenstadt von London nicht als terroristische Straftat behandelt.

In britischen Medien hieß es, der Täter habe eine Prüfung für den Lastwagen-Führerschein nicht bestanden. Deswegen habe er sich an einer Fahrschule rächen wollen. Der Polizeisprecher wollte diese Angaben nicht bestätigen. Er sagte nur: "Es handelt sich um eine sehr lokale Angelegenheit." Alle Gebäude in der Gegend würden durchsucht, um ganz sicherzugehen, dass kein Sprengstoff deponiert wurde.

wit/AP/dpa

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