London Festnahme nach Mord an französischen Studenten

Sie wurden gefesselt, mit Dutzenden Messerstichen getötet und danach in Brand gesteckt: Jetzt hat Scotland Yard einen Verdächtigen festgenommen, der die beiden französischen Austauschstudenten in London ermordet haben soll.


London - Der 21-Jährige steht im Verdacht, die beiden jungen Franzosen getötet zu haben: Am Samstagfrüh sei er auf einer Straße im Südosten Londons in Gewahrsam genommen worden, teilten die Ermittler von Scotland Yard mit. Es handelt sich um die erste Festnahme nach dem Mord an den beiden Austauschstudenten.

Mordopfer Laurent Bonomo und Gabriel Ferez aus Frankreich: Mit knapp 200 Stichwunden getötet
Getty Images

Mordopfer Laurent Bonomo und Gabriel Ferez aus Frankreich: Mit knapp 200 Stichwunden getötet

Die 23-jährigen Biochemie-Studenten Laurent Bonomo und Gabriel Ferez aus Frankreich waren am vergangenen Sonntag in Bonomos Erdgeschosswohnung im Stadtteil New Cross im Südosten der britischen Hauptstadt brutal getötet worden. Die Täter fesselten die beiden Opfer auf Stühle und stachen mit Messern auf Kopf, Nacken, Oberkörper und Rücken ein.

Die Ermittler zählten an Bonomos Körper knapp 200 Einstiche. Ferez hatte rund 50 Stichwunden. Im Anschluss zündeten die Täter die Wohnung an.

Die Motive für die Tat waren unklar. Die Ermittler untersuchen offenbar, ob es einen Zusammenhang mit einem Einbruch in der Wohnung sechs Tage vor der Tat gibt, wobei ein Laptop gestohlen wurde. Nach Angaben der Polizei wurden vermutlich am Tag des Mordes auch zwei Playstations sowie die Bankkarten der beiden Opfer gestohlen. Einem von der Polizei unbestätigten Bericht der Zeitung "The Sun" vom Samstag zufolge wurden die Bankkarten an Geldautomaten benutzt.

Die Familie sei "geschockt und am Boden zerstört", sagte Olivier Ferez, der Vater des einen Opfers, der Zeitung "Daily Mail". Der Mord an seinem Sohn sei der "schlimmste Alptraum" für alle Eltern. Sein Sohn habe an den besten Universitäten in Frankreich und England studiert. Er "hatte so eine strahlende Zukunft und jetzt ist alles vorbei", sagte der Vater dem Blatt weiter.

Die beiden Studenten waren seit Anfang Mai im Rahmen eines Austauschprogramms zwischen der Polytechnischen Universität von Clermont-Ferrand und dem renommierten Imperial College in London. Ende Juli hätten sie wieder nach Frankreich zurückkehren sollen.

Die Polizei rief die Bevölkerung auf, weiterhin Beobachtungen mit eventuellem Zusammenhang zu der Tat zu melden.

Großbritannien sorgt sich derzeit um die wachsende Gewalt unter jungen Menschen. Allein in London wurden seit Jahresbeginn 18 Jugendliche Opfer einer tödlichen Gewalttat - zuletzt wurden der 16-jährige Bruder des britischen Fernsehstars Brooke Kinsella und ein weiterer Teenager erstochen.

jjc/AFP



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