U-Bahn-Anschlag in London Hauptverdächtiger plädiert auf unschuldig

Augenzeugen beschrieben einen "Feuerball": Nach einem Anschlag auf eine Londoner U-Bahn hat der Hauptverdächtige nun auf unschuldig plädiert. Die Anklage lautet versuchter Mord.

Londoner U-Bahn-Station Parsons Green
AFP

Londoner U-Bahn-Station Parsons Green


Ein 18-jähriger Iraker, der wegen eines Anschlags auf die Londoner U-Bahn im vergangenen September vor Gericht steht, hat sich nicht schuldig erklärt. Der Hauptverdächtige wurde per Videoschalte aus dem Gefängnis zu der Verhandlung in London zugeschaltet.

Dem Mann wird vorgeworfen, an der U-Bahnstation Parsons Green einen Behälter mit Sprengstoff in einem eng besetztem Waggon der U-Bahn platziert zu haben. Laut Augenzeigen kam es daraufhin zu einem Feuerball , durch den 30 Menschen verletzt wurden. Der Sprengsatz hatte nicht gezündet wie geplant, ansonsten hätte es wohl Todesopfer gegeben. Deshalb lautet die Anklage auf versuchten Mord und Verwendung von Sprengstoff. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) reklamierte den Anschlag damals für sich. Behörden bezeichneten den Vorfall als fünftgrößtes Attentat in Großbritannien im Jahr 2017.

Zunächst hatte die Polizei insgesamt sieben Verdächtige festgenommen. Nach und nach wurden sie aus der Untersuchungshaft entlassen - nur der 18-Jährige blieb übrig. Sicherheitskräfte hatten ihn einen Tag nach der Tat im Abreisebereich des Hafens von Dover aufgegriffen. Der Prozess soll am 5. März beginnen.

Britischen Medienberichten zufolge war der junge Mann als Flüchtling nach Großbritannien gekommen. Er wohnte bei einem älteren Paar, das bereits zahlreichen elternlosen Kindern geholfen und von der Queen dafür ausgezeichnet worden war.

ans/dpa/rtr



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.