Londoner Juwelendiebstahl Drei Helfer schuldig gesprochen

Der Juwelenraub von Hatton Garden ist in die Kriminalgeschichte eingegangen: Vier Senioren sind über Ostern in einen Tresorraum eingestiegen. Ihre Beute hatte einen Wert von 18 Millionen Euro. Jetzt wurden drei Helfer schuldig gesprochen.

Loch in der Tresormauer (Archiv): Die Polizei spricht vom größten Einbruch in der Geschichte des Landes
AFP/ London MPS

Loch in der Tresormauer (Archiv): Die Polizei spricht vom größten Einbruch in der Geschichte des Landes


Im Prozess um den spektakulären Einbruch im Londoner Diamantenviertel Hatton Garden hat eine Jury drei Männer im Alter von 48 bis 60 Jahren schuldig gesprochen. Sie waren angeklagt, den vier geständigen Drahtziehern des Coups geholfen zu haben, in eine Depotfirma einzubrechen und Beute im Wert von umgerechnet mehr als 18 Millionen Euro verschwinden zu lassen. Ein weiterer Angeklagter, ein Taxifahrer, wurde freigesprochen.

Die Gruppe war vergangenes Jahr über das Osterwochenende mit schwerem Gerät in den Tresorraum der Firma eingedrungen und hatte 73 Safes geleert. Die Männer im Alter von 58 bis 76 Jahren erbeuteten Schmuck, Edelsteine, Uhren und Bargeld. Sie hatten sich bereits schuldig bekannt.

Polizei ignorierte Alarm

Dem ausgelösten Alarm war die Londoner Polizei damals zunächst nicht nachgegangen, hatte die Verdächtigen aber sechs Wochen nach der Tat festgenommen. Bilder von Überwachungskameras zeigten, dass die Einbrecher zunächst die Nacht zum Karfreitag im Gebäude verbracht hatten, am Ostersamstag zurückkehrten und am frühen Morgen des Ostersonntags wieder verschwanden. Sie waren als Bauarbeiter verkleidet, um unbemerkt in das Gebäude zu gelangen. Ihre Beute transportierten sie in Sporttaschen und Mülleimern auf Rollen ab.

Am Freitag hatten sie laut Polizei zunächst versucht, über einen Fahrstuhlschacht in den Tresorraum zu gelangen. Nachdem dies missglückte, kamen sie am Samstag mit neuer Ausrüstung zurück und bohrten ein Loch in die Tresorwand.

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London: Der Coup im Diamantenviertel
Ein Großteil der Beute ist weiterhin verschwunden. Die Polizei fahndet außerdem nach einem weiteren Hauptverdächtigen, der nur als "Basil" bekannt ist. Er soll die Männer in das Gebäude gelassen haben. Infolge des spektakulären Einbruchs musste die Tresor-Firma Safe Deposit Limited im August vergangenen Jahres Insolvenz anmelden.

Die vier geständigen Drahtzieher sind alle bereits wegen früherer Delikte verurteilt, saßen teils lange im Gefängnis. Sie seien "mit viel Erfahrung in Planung und Ausführung" ans Werk gegangen, sagte Staatsanwalt Philip Evans vor Gericht. Ein 75-Jähriger soll allerdings beim Schmierestehen eingeschlafen sein. Das Strafmaß für alle Angeklagten soll am 7. März verkündet werden.

brt/dpa/AP



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