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Los Angeles: 60 Jahre zu Unrecht im Knast - 24,3 Millionen Dollar

Sie saßen jahrzehntelang unschuldig in Haft: Ein Gericht in Los Angeles hat zwei Männern, die zu Unrecht wegen Mordes verurteilt worden waren, Entschädigungen in Millionenhöhe zugestanden.

Bruce Lisker nach seiner Freilassung 2009: Schwere Vorwürfe an die Polizei von Los Angeles Zur Großansicht
AP

Bruce Lisker nach seiner Freilassung 2009: Schwere Vorwürfe an die Polizei von Los Angeles

Zwei wegen Mordes verurteilte und dann rehabilitierte Männer aus dem US-Bundesstaat Kalifornien haben erfolgreich gegen die Stadt Los Angeles geklagt: Ihnen wurden jetzt Entschädigungen in Millionenhöhe zugesprochen.

Der Ex-Häftling Kash Register bekommt demnach 16,7 Millionen Dollar, sein Leidensgenosse Bruce Lisker 7,6 Millionen Dollar.

Register war des Mordes an einem 78-Jährigen im Rahmen eines bewaffneten Überfalls im Jahr 1979 schuldig gesprochen worden. Er verbrachte 34 Jahre seines Lebens im Gefängnis.

Im Jahr 2013 hatte ein Gericht das Urteil aufgehoben, weil ein zentraler Augenzeugenbericht sich als unwahr herausgestellt hatte. Eine Frau hatte den Ermittlern berichtet, sie habe Register vom Tatort flüchten sehen und ihn anhand eines Foto identifiziert. Die Schwester der Frau hatte später erklärt, dies sei unwahr - die Polizei von Los Angeles (LAPD) habe sich aber geweigert, ihre Aussage aufzunehmen.

Lisker verbrachte 26 Jahre in Haft, weil er im Alter von 17 seine damals 66-jährige Mutter erstochen haben sollte. Er wurde 2009 aus dem Gefängnis entlassen.

"Dies ist ein sehr glücklicher Tag", sagte Lisker nach der Entscheidung. Die Stadt Los Angeles habe ihn rehabilitiert und endlich anerkannt, dass "alles, was ich immer gesagt habe, wahr ist, dass ich unschuldig bin und mir die Polizei von Los Angeles mit 17 den Mord an meiner Mutter angehängt hat".

Der Preis für seinen langen Leidensweg sei aber nicht zu berechnen: "Wie kann jemand ein Leben voller gestohlener Freiheit, zerstörter Hoffnungen und einem zerstörten Ansehen in Geld aufrechnen?" Hinzu käme, dass der Mord an seiner Mutter weiter unaufgeklärt sei.

Die Fälle Lisker und Register standen nicht in Verbindung, beide Männer hatten allerdings geltend gemacht, dass die Polizei von Los Angeles willentlich entlastende Beweise unterschlagen und belastende fabriziert habe.

Der Chef der seit Langem für ihre Ermittlungsmethoden kritisierten und wegen Rassismus umstrittenen Polizei von Los Angeles, Charlie Beck, erklärte, dass inzwischen "viele, viele Dinge" verbessert worden seien, die verhinderten "dass solche Sachen geschehen können".

Stadtrat Paul Krekorian sagte laut "Los Angeles Times", die beiden Fälle seien eine "sehr unglückliche" Folge polizeilichen Fehlverhaltens in der Vergangenheit.

Der rehabilitierte Kash Register formulierte verhalten optimistisch: Ich kann diese 34 Jahre nicht zurückbekommen, aber ich hoffe, dass mein Fall die Lage für andere Betroffene verbessern kann."

ala

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