Lostprophets-Sänger Musiker gesteht versuchte Vergewaltigung von elf Monate altem Kind

Ein entsetzlicher Fall von notorischem Kindesmissbrauch wird in Großbritannien verhandelt: Der Rocksänger Ian Watkins soll unter anderem versucht haben, ein elf Monate altes Baby zu vergewaltigen. Einige seiner Opfer sollen ihm von den Müttern selbst zugeführt worden sein.

Polizeifoto von Ian Watkins: "Entschlossener und überzeugter Pädophiler"
DPA

Polizeifoto von Ian Watkins: "Entschlossener und überzeugter Pädophiler"


London - Der Sänger der walisischen Band Lostprophets, Ian Watkins, hat zugegeben, mehrere Kinder sexuell missbraucht zu haben. Auch die versuchte Vergewaltigung des Babys gestand der 36-Jährige.

Er bekannte außerdem, in drei Fällen Kinder sexuell belästigt zu haben und in sechs Fällen intime Fotos oder Filme von Minderjährigen angefertigt oder besessen zu haben. Ebenfalls in seinem Besitz: ein pornografisches Bild, das Sex mit einem Tier zeigt.

Das Geständnis erfolgte kurz vor Beginn des Hauptverfahrens. Bisher hatte Watkins die Vorwürfe in elf Fällen stets bestritten. In den ersten Verhören hatte er behauptet, ein verrückter Fan würde ihn verfolgen, irgendwelche Leute hätten seinen Computer gehackt. Er sei "Opfer einer bösartigen Kampagne", so der Angeklagte damals. Das stellt sich nun anders dar: "Er hat zugegeben, ein entschlossener und überzeugter Pädophiler zu sein", sagte der Anklagevertreter.

Die sexuellen Übergriffe sollen sich in Hotels in London und Wales zugetragen haben. Die Beweisstücke gelangten laut BBC in die Hände der Polizei, nachdem Computer, Laptops und Handys aus dem Besitz des Sängers konfisziert worden waren. Dem Gericht zufolge hatte Watkins die Angewohnheit, die Vergewaltigungen zu filmen.

"Wenn du zu mir gehörst, dann tut das auch dein Baby"

Die Jurymitglieder des Gerichts wurden gewarnt, dass sie es bei den Beweismitteln mit extrem belastenden Inhalten zu tun haben würden. "Diese Ermittlung hat die schockierendsten und grauenvollsten Beweise für Kindesmissbrauch aufgedeckt, die ich je gesehen habe", sagte Chief Inspector Peter Doyle von der Polizei South Wales. Die vorliegenden sehr schweren Sexualdelikte gegen extrem junge Kinder demonstrierten "sexuelle Ausbeutung der schlimmsten Art", sagte Ermittlerin Catrin Evans.

Ebenfalls auf der Anklagebank sitzen zwei Frauen, die ihre eigenen Kinder missbraucht und sie Watkins für dessen mutmaßliche Schandtaten zugeführt haben sollen. Mit ihnen kommunizierte er unter anderem via SMS. Auch diese Gesprächsprotokolle liegen dem Gericht vor. In einer Kurzmitteilung von Watkins an einer der Frauen heißt es: "Wenn du zu mir gehörst, dann tut das auch dein Baby."

Unfassbar: Der Angeklagte soll laut Gericht geplant haben, er werde den Babys "beibringen", wie man Drogen nimmt. Der Konsum von Rauschgiften soll für alle drei Tatverdächtigen eine "bedeutende Rolle" während der Verbrechen gespielt haben.

Besonders bitter: Eine ehemalige Freundin von Watkins, die Prostituierte Joanna M., sagte dem "Daily Mirror" am Mittwoch, sie habe die Polizei bereits vor vier Jahren über die pädophilen Neigungen ihres damaligen Geliebten informiert. Es sei jedoch nichts geschehen. Jetzt wird gegen den zuständigen Beamten ermittelt.

Die beiden mitangeklagten Frauen waren teilweise geständig. Das Urteil soll am 18. Dezember fallen.

ala/dpa



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